Ein Schweizer auf Weltreise

autor michael 2 Ein Schweizer auf Weltreise

Ich dachte immer, ich sei ein Mann von Welt. Ich verstehe beispielsweise nicht, warum es auf dieser Welt Grenzen braucht? Ich weiss nicht, wie du dich mit einem Land identifizierst. Ich war und bin ein grosser Fan der kroatischen Nationalmannschaft. Und wenn diese Mannschaft ausscheidet, wechsele ich zu den Portugiesen oder den Deutschen. Bei den Schweizern ist meine Begeisterung flach. Jetzt bin ich auf Weltreise und ich merke: In mir steckt die Schweiz. Tief und fest verankert.

WASCHECHTER SCHWEIZER

Ich kam in der Schweiz auf die Welt. Meine Eltern sind Schweizer. Die Grosseltern meines Vaters sind Schweizer. Die Grosseltern meiner Mutter sind grösstenteils Schweizer. Ich bin, wie ihr seht, ein richtiger Schweizer. Meine Vorfahren waren keine Flüchtlinge oder Migranten. 

ETWAS FEHLT MIR

Warum ich mich nie mit der Schweiz identifizierte, kann ich mir deshalb nicht erklären. Viele sagten zu mir, ich sei kein typischer Schweizer. Beispielsweise sind Schweizer zum Einen viel zu diplomatisch. Ich pflüge mich durch das Leben und lege nicht viel Wert auf höfliche Korrektheit. 

KEIN PATRIOT

Schweizer zu sein ist für mich ein geografischer Entscheid. Und macht für mich nicht immer Sind. Warum ist Mohammed, der vor Krieg und Hunger floh, in der Schweiz schlechter bestellt, als ich. Falsche Zeit, falscher Ort? Die Welt braucht Regeln und wie es aussieht Grenzen. Vieles macht Sinn. Manches nicht. Und ich bin kein stolzer Schweizer. 

ALS SCHWEIZER AUF WELTREISE

Jetzt bin ich auf Weltreise und ich habe diese Einstellung nach wie vor. Was macht mich zum Schweizer und einen anderen zum Tico? Wir sind alles Menschen, wir sind alle gleich. Niemand ist besser, niemand ist schlechter. Das, was uns unterscheidet, ist unsere Herkunft. Und das diese einen grösseren Unterschied macht, als ich dachte, merke ich jetzt auf Weltreise. Ich denke und handle anders, als der Tico neben mit im Bus. 

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ANDERE SITTEN

Vor ein paar Tagen sass ich im Haus unserer Gastgeber mit einem grossen Loch im Bauch. Ich fragte nach, wann das Essen parat ist. Um zwölf Uhr, um genau zu sein. Pünktlich wie die Schweizer Uhr. Die Antwort lautete: In einer Stunde. Um ein Uhr.  Kein ungefähr. Eine klare Ansage.

Ich kam vorsichtshalber zehn Minuten zu spät. Und siehe da: Vom Mittagessen keine Spur. Und mir waren meine zehn Minuten Verspätung unangenehm. Das Mittagessen gab es eine halbe Stunde später. Und ich glaube, es war niemandem unangenehm.

ANDERE DENKWEISEN

Ich dachte still und leise: Warum frage ich überhaupt? Und ich dachte: Warum sagt sie mir eine falsche Zeit? Was meine Gastgeberin genau denkt weiss ich nicht. Wahrscheinlich: Warum fragt der mich, wann es Essen gibt? Essen gibt es dann, wenn es auf dem Tisch steht. Oder sie dachte: Der kommt pünktlich zehn Minuten nach eins. Will der mich stressen?

Wenn ich in einem Laden frage, ob jemand eine Extrameile für etwas mehr Geld geht und alle zucken mit den Schultern, dann denke ich: Ich bin im falschen Film. Und sie denken: Eindeutig. Der ist im falschen Film. 

WAS MACHT UNS GLEICH?

Wir sind alle gleich und wir denken komplett anders. Und diese Weltreise fordert mich heraus, weil es mir nicht immer leicht fällt, das zu sehen, was uns als Menschen alle gleich macht. Das, was uns verbindet. Das, was jeden von uns zu einem Weltenbürger macht.

EINMAL SCHWEIZER, IMMER SCHWEIZER

Ich werde in meinem Leben immer ein Schweizer sein. Das ändert sich niemals. Ich sehe mich nicht auf dieselbe Weise, wie sich andere Schweizer sehen. Meine Art zu denken und zu handeln, formte sich in der Schweiz. Und nicht in Costa Rica oder einem anderen Ort auf dieser Welt. Ich bleibe Schweizer. Und das hat Vorteile und Nachteile.

VORTEILE UND NACHTEILE

Der Vorteil ist, dass ich verstehe, wie ich denke und wie ich handle. Ich verstehe, warum ich auf andere anders wirke. Ich bin in der Lage Abstand von dem Schweizer in mir zu nehmen und zu überlegen: Ist dieses Denken gut? Bringt es mich auf meiner Weltreise weiter? An vielen Orten auf unserer Reise hilft es mir weiter ein Schweizer zu sein. Ich laufe ehrlich durch mein Leben, ich schnorre mich nicht durch und ich haben einen grossen Arbeitswillen. Ich bin organisiert.

 

Eines bin ich nicht und werde ich wahrscheinlich niemals sein: Ein Fan der Schweizer Nationalmannschaft. Es sei denn, sie würden einmal den Weltmeistertitel gewinnen. Ein bewusster Satz im Konjunktiv.

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