Eine Familie auf Weltreise – Ein Abgesang

autor michael 2 Eine Familie auf Weltreise Ein Abgesang

Markus ist ein Freund und ehemaliger Arbeitgeber. Freund, weil ich die tiefsinnigen Gespräche mit ihm vermissen werde. Arbeitgeber, weil ich ihn über ein Jahr zur Arbeit fuhr. Markus sitzt wegen MS im Rollstuhl, hat den Master in Law und verfasste für uns einen Abgesang:

Wir unterhielten uns über Ausdauer, Trainigsstrategien und den puren Spass am Sport. Pura Vida. Dann kam das Thema auf, dass wir bis nach Panama fahren. Und wenn möglich noch weiter. Optimalerweise bis an das Ende der Welt. Seine vollkommen schockierte Reaktion: «Man, are you crazy?»

EIN PAAR MAL LEER SCHLUCKEN

Nun gehen sie also – diese verrückten Mettler‘s – und zwar für immer! Denn verrückt ist es schon, was diese Familie, die ich in den letzten eineinhalb Jahren etwas näher kennenlernen durfte, mit ihren Fahrrädern vorhat. Mit Sack und Pack und all ihren Habseligkeiten nur auf zwei Fahrräder verteilt durch die Welt zu reisen – und noch dazu alles mit zwei kleinen Kindern im Vorschulalter – erfordert schon ein gewisses Mass an Verrücktheit. Als ich von diesem Plan, diesem Abenteuer erfahren habe, musste ich -und wie ich von Michael erfahren habe, nicht nur ich – ein paar Mal leer schlucken.

EIN ÜBERRASCHENDES ANGEBOT

Mit Michael näher in Kontakt, kam ich auf ausserordentlichen Wegen. Er bot mir per Facebook an, jeweils mit mir nach Bern zur Arbeit zu fahren, nachdem ich über diese soziale Plattform eine Anzeige publiziert hatte. Da ich aufgrund einer Muskelkrankheit im Rollstuhl sitze, bin ich für den Arbeitsweg auf einen Fahrdienst und über Mittag auf Betreuung angewiesen. Ganz offen gesagt, war ich einigermassen überrascht, dass Michael diese Aufgabe übernehmen wollte. Es wäre mir nicht im Traum in den Sinn gekommen, dass er – trotz seiner 100 %-Stelle und seinem Vollzeitpensum als Papa – noch die nötige Energie und die zeitliche Kapazität hätte, um mit mir als Chauffeur und Betreuer durch die Weltgegend zu pendeln. Dass Michael diese zusätzliche Aufgabe übernehmen wollte, beeindruckte mich sehr.

UNTERSCHÄTZT

Klar, Michael hat zwei eigene kleine Kinder und ist hohe Belastung und intensive Betreuung gewöhnt. Seine damalige Arbeitsstelle befand sich mehr oder weniger in derselben Gegend, wie meine. Dennoch kam sein Angebot für mich total unverhofft – und es war ein Glücksfall. Dass ich für die benötigte Unterstützung gleich eine Person aus dem Nachbardorf – wir wohnen lediglich fünf Autominuten voneinander entfernt – gefunden hatte. Er unterstützt mich über den Mittag beim Essen und bei der Toilette und begleitete mich am Abend wieder zurück nach Hause. Dass das Ganze ein und dieselbe Person machte, war für mich alles andere als selbstverständlich und ein Riesengeschenk. Meine Überraschung vom Anfang, verwandelte sich bald in Staunen. Michael unterstützte mich mit einer solchen Gewandtheit, Lockerheit und Selbstverständlichkeit, welche ich ihm – ganz ehrlich – nicht zugetraut hätte.

EINE HERAUSFORDERUNG

Dies bedeutet nicht, dass wir beide stets Friede, Freude, Eierkuchen und nur eitel Sonnenschein erlebten. Wir hatten des Öfteren – wie man bei uns im Emmental zu sagen pflegt – das Heu nicht auf derselben Bühne. Zu Deutsch – es gab durchaus harte Auseinandersetzungen zwischen uns. Michael ist gelegentlich ein herausfordernder und hartnäckiger Diskussionspartner, der einem seine ganze intellektuelle Kapazität und die volle Konzentration abverlangt. Selbst ich, als grundsätzlich argumentationsfreudiger Mensch kam ins Schwitzen. Nach und nach lernten wir uns besser kennen und mit der Zeit fiel es mir leichter, Michaels zeitweise gewöhnungsbedürftigen Humor besser einzuordnen.

BESSER VERSTEHEN LERNEN

Es ist für mich aufschlussreich zu beobachten, wie du einen Menschen vor dem Hintergrund seiner Lebensgeschichte und seinen Prägungen mit der Zeit besser zu verstehen lernst. Selbst wenn dieser jemand eine Person ist, mit der du möglicherweise aus eigenem Antrieb heraus weniger Zeit verbracht hättest. Die Umstände, das Schicksal oder eine höhere Macht fädelten es ein, dass wir uns kennenlernten. Dass eine höhere Macht – sprich Gott – bei unserer Begegnung und unserer Zusammenarbeit seine führende Hand mit im Spiel hatte, davon bin ich bei einem Blick zurück vollkommen überzeugt.

INS HERZ GESCHLOSSEN

Es war für mich eine reiche und spannende Erfahrung, einen Menschen wie Michael kennenzulernen. Jemanden, der völlig anders denkt, empfindet, spricht und oft handelt, als ich mir dies von meinem Umfeld gewohnt bin. Ich bin dankbar für diesen Lebensabschnitt und durfte während dieser Zeit viel Neues dazulernen. Ohne völlig in Sentimentalitäten versinken zu wollen, habe ich Michael, Mirjam und die beiden süssen Kinder Nathan und Elea auf eine besondere Weise in mein Herz geschlossen.

EINE «VERRÜCKTE» FAMILIE

Zum Schluss bleiben mir noch eine abschliessende Würdigung und die Weitergabe der besten Glückwünsche. Familie Mettler ist eine aussergewöhnliche, inspirierende, leicht «verrückte» und unglaublich mutige Familie. Sie haben spannende und ungewisse Tage, Monate und hoffentlich Jahre vor sich, deren Verlauf sie sich im Moment überhaupt nicht vorstellen, geschweige denn planen können. Sie brechen auf zu einem Abenteuer, das mit mit gewaltigen, bewegenden und prägenden neuen Eindrücken auf sie wartet. Zu einem Leben voller hoffnungsgeladener Erwartungen. Sie brechen auf zu einem Leben, welches sie sich immer wünschten. Meine Hoffnung und mein Wunsch für sie ist, dass sie dieses Leben und dieses Glück, nachdem sie sich sehnen, finden werden.

ERFÜLLUNG IHRER SEHNSUCHT

Ich stellte fest, dass die Menschen die Erfüllung ihrer Sehnsüchte nicht in der Fremde finden. In der Fremde entdecken sie, dass sich die wahre Erfüllung ihrer Sehnsucht ganz nah befindet – tief im eigenen Herzen. Die Erfüllung dieser Sehnsucht – dies wünsche ich dieser wagemutigen Familie zutiefst!

Ganz zum Ende, mein persönliches Wort für Michael und Mirjam, Nathan und Elea Mettler. Von Herzen Alles Gute, Glück und Gottes Segen für Eure Zukunft. Danke, dass ich Euch kennenlernen durfte!

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