Fern und doch nah – Studieren auf Reisen

autor mirjam Fern und doch nah Studieren auf Reisen

Damals wechselte ich kleiner Streber nach der Schule direkt an die Uni. Meine Freunde taten es, ich tat es. Alle taten es. Das war normal. Das Motto lautete: Keine wertvolle Zeit verschwenden. Studieren an sich dauert schon lang genug. Das bedeutet: Direkt nach dem Abitur ging das Studienfieber los.

EINE NEUE WELT

Mit einem Studium zu beginnen, bedeutet in eine neue Welt einzutauchen. Ein neues Universum an Literatur, an schlauen Professoren und abstrakten Vorlesungen. Statt in einem familiären Klassenzimmer, sitzt du mit zig anderen Studenten in riesigen Vorlesesälen.

GROSSER EINDRUCK

Und ich erlebte einen grossen Unterschied zu meiner Schulzeit, der einen besonders grossen Eindruck bei mir hinterliess. Mich gab es nicht wirklich. Wäre da nicht dieser Zettel, der jede Vorlesung um die Reihen ging. Dort trugen die Studenten ihre Namen ein, um zu beweisen, dass sie wirklich an der Vorlesung dabei waren. Wenn auch nur körperlich.

LERNEN SELBSTSTÄNDIG ZU LERNEN

Und die Menschen an deiner Seite waren keine Schüler, sondern Studenten wie du. Sie beschäftigten sich – wie du – mit ganz neuen und anderen Themen. Ohne Zweifel: Das Studium veränderte meine Denkweise. Ich lernte selbstständig zu lernen und nicht unterzugehen, obwohl ich nicht mehr als eine Unterschrift war.

ANFÄNGLICHE SKEPSIS

Darum war ich einem Fernstudium gegenüber am Anfang ein wenig skeptisch. Wo ich vorher wenigstens Mitstudentin und Körper in einem Vorlesungssaal war, würde ich bei einem Fernstudium nicht mehr als ein paar elektronisch übermittelte Daten repräsentieren – dachte ich.

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ANFÄNGLICHE SKEPSIS

In vielerlei Hinsicht bestätigten sich meine Zweifel nicht: Ich war an der Fernuni mehr als eine Nummer. Meine Aufgaben wurden individuell und persönlich bewertet. Und an den Vorlesungen, die alle drei Wochen stattfinden, war ich nicht nur ein herumgeisternder Körper. Ich lernte andere Mitstudenten kennen, von denen die meisten in einer ähnlichen Situation wie ich steckten: Sie brauchten ein flexibles Studium.

STUDIUM IM ALLTAG

Obwohl ich viel weniger präsent war, integrierte ich das Studium in einen Alltag, der mit allerlei anderen Sachen gefüllt war. Insbesondere Windeln und Babygeschrei. Meinen Befürchtungen zum Trotz verschwand ich nicht auf Nimmer Wiedersehen in Vorlesungssälen in einer Unterschrift.

VOR- UND NACHTEILE

Meine Vorurteile einem Fernstudium gegenüber verflüchtigten sich mit jeder freundlich Antwort.

 

Das Studium geht dadurch, dass es integrativ ist zwar länger – Dafür hatte ich in dieser Zeit mehr von meinem Leben.

 

Mehr von den Kindern, mehr von beruflichen Entwicklungen und in meinem Fall blieb sogar noch Zeit für das Reisen.

Bei einem Präsenzstudium verschwindest du meist in deiner Studienwelt und findest kaum Platz mehr für andere Dinge in deinem Leben. Gleichzeitig verschwindest du selbst hinter einer Unterschrift.

 

Dass du weniger präsent bist, hat auch seine Nachteile. Du kannst weniger direkte Fragen stellen, hörst weniger schlaue Monologe von schlauen Professoren – etwas, das nicht immer angenehm ist, aber zu deiner Bildung enorm beiträgt.

FEHLENDER AUSTAUSCH

Bei der Fernuni bist du während fünf Vorlesungen in einem Semester präsent. Und du tauschst dich in Online-Foren mit anderen Studierenden aus und per Mail mit Professor oder Assistent. Je nach Modul tauschst du dich über Whatsapp mit deiner Arbeitsgruppe aus.

 

Während meiner Reise profitierte ich von den meisten dieser ausgleichenden Vorteile der Fernuni nicht. Und das machte das Studieren hin und wieder schwieriger. Beispielsweise fehlte mir die Prüfungsvorbereitung an der letzten Vorlesung oder die ausführlichen Erklärungen zu scheinbar einfachen Fragen.

STUDIUM AUF REISEN

Und doch funktionierte das Studium selbst auf Reisen. Mehrere Tausend Kilometer von meiner Uni entfernt, fühlte ich mich selbst dann nicht wie eine Unterschrift. Und der einzige Unterschied beim Feedback zu meinen Wochenaufgaben bestand darin, dass darunter jedes Mal Grüsse aus der kalten, verschneiten Schweiz standen.

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