Haushalt auflösen

autor mirjam Haushalt auflösen

Ich liebe schöne Sachen. Dinge. Kram. Zeug. Schnickschnack. Sachen, die verschönern, verzaubern, bereichern. In mir steckt ein kleiner, konsumgeiler Materialist. Das gebe ich offen zu. Glaubt mir, Freunde. Mein Herz blutet.

Es ist kein Kinderspiel, all das hinter mir zu lassen. Vor allen Dingen, weil ich Möbel selten kaufte, sondern selbst restaurierte. Weil ich einen Faible für Vintage Dekorationen habe und ich, sparsam und brav, alles selbst bastelte.

DIE WICHTIGKEIT VON OHRRINGEN

Ich habe eine spezielle Bindung zu Kram.

 

Ein Beispiel: Ich besitze Kaffee-Ohrringe. Ohrringe aus Kaffeebohnen – ein Mitbringsel einer guten Freundin aus Papua Neuguinea.

 

Ich nahm mir vor: Ich trage sie an dem Tag, an dem wir ins Flugzeug steigen. An dem Tag, an dem unsere Weltreise beginnt. An genau dem Tag, an dem wir vieles hinter uns lassen. Unter anderem unseren kompletten Hausrat.

 

Warum ich schöne Momente oder Erinnerungen an Sachen binde, ist schwer zu sagen.

PRAGMATIK VOR SCHNICKSCHNACK

Ich liebe Kram. Da wir jetzt eine Weltreise planen, gebe ich – abgesehen von den Ohrringen und ein paar wenigen Erinnerungsstücken, wie alten Babykleidern, Zeichnungen oder Liebesbriefen – alles weg. Unsere Packliste für diese Weltreise unterliegt der Pragmatik.

 

Was reiten einen kleinen, konsumfreudigen Materialist wie mich, seinen Haushalt aufzulösen?  Wieso gebe ich Dekorationen und Möbel weg, in die ich Zeit, Schweiss und Liebe investierte?

MICHAEL, DER MINIMALIST

Weniger ist oft mehr.

 

Diese Erkenntnis erhellte mich, als ich auf Michael traf. Bis dahin quillten aus meinem Schrank tausend schöner Sachen. Was keinen Platz mehr hatte, verbannte ich unter das Bett. Dort staubten sie vor sich hin.

 

Der Junggeselle, der Michael damals war, hatte Bett, Kommode und Sofa. Nach den Möbeln kam nicht viel mehr. Ein Fernseher. Ein Michael Jackson Poster. Ein überschaubares Repertoire an Kleidern. Kaum Erinnerungsstücke oder Geschenke. Keine Zimmerblumen. Keine kitschigen Geschenke, die an verflossene Freunde erinnern. Nichts von all dem, was ich in meinem eigenen Zimmer hortete. Ein Minimalist. Und es fühlte sich herrlich an, in seinem kleinen, überschaubaren Zimmer zu sitzen. Keine Lawine an Sachen, die einen emotional überrollte.

DEN FOKUS NICHT VERLIEREN

Gerade gefühlsduselige Materialisten wie ich laufen Gefahr, die Sache aus den Augen zu verlieren. Mein Mantra heisst: Ich habe nach unserer Wohnungsauflösung nicht etwa nichts mehr. Ich mache Platz für eine aufregende, tolle Weltreise.

 

Und ich werde Sachen los, die mir keine Freude machten.

 

Schuhe, die mir nie richtig passten. Oder Spielzeuge, die halb zerkaut und nie benutzt in verstaubten Ecken lagen. Die letzten Jahre hatte ich keinen Grund, das auszumisten. Jetzt habe ich einen. Und das fühlt sich gut an.

 

Weniger Sachen, die Platz wegnehmen. Weniger aufzuräumen. Weniger Sachen, die stressen.

ABSCHIED VOM HAUSRAT

Schön und gut, wären da nur Freiheitsgefühle, wenn ich meine Wohnung ausräume. Da liegt viel Depressives in dem guten, alten Abschiedsschmerz.

 

Fokus auf Positives, nicht auf das Negative.

 

Schreien und Klagen hilft nichts: Pragmatismus geht vor. Das was wir zum Leben brauchen, kommt mit. Der Rest geht. Abgesehen von den Ohrringen, wie ihr wisst.

POSITIVER NEBENEFFEKT

Unseren Haushalt aufzulösen, hat einen weiteren Vorteil: Verkaufen gibt Geld. Reisegeld. Wir fingen früh an, Sachen loszuwerden, die wir nicht brauchten. Die oberste Regel: So früh wie möglich anfangen.

LANGE REDE

KURZER SINN

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Arbeitsaufwand reduzieren

Wie oft laufe ich durch die Wohnung und räume Sachen aus dem Weg? Die Logik ist einfach: Weniger Sachen, weniger aufräumen.

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Platz schaffen

Ich habe Platz! Und sei es nur, dass ich Kleider in meinem Schrank entdecke, die im Haufen untergingen.

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Frei werden

Was ich besitze, besitzt mich. Je weniger Besitz, desto mehr Freiheit.

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Wichtiges erkennen

Ich verschaffe mir einen Überblick über meine Sachen und entscheide, was wegkommt und was bleibt. Ich bekomme ein Gefühl dafür, was wirklich wichtig ist.

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Bessere Laune

Ich stosse Sachen ab, die mich nervten oder mir keine Freude machten.

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Reisekasse füllen

Haushalt auflösen und verkaufen? Klingelt da was? Juhu, die Reisekasse!

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Anderen eine Freude machen

Und last but not least: Ich mache anderen eine Freude. Da war die Frau, die aus dem Häuschen war, weil ich meine Deko günstig verkaufte. Der Mann, der endlich ein Bett in Top Qualität für seine Schwiegereltern hatte. Das nenn ich einen Schwiegersohn!

SACHEN AUFBEWAHREN

Nicht zu vergessen, ist die Möglichkeit Sachen aufzubewahren und bei anderen unterzubringen. Und das tun wir teilweise. Und wir tun es begrenzt. Das Zauberwort lautet: Prioritäten.

EINMALEINS

SACHEN AUFBEWAHREN

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Es handelt sich um einzigartige Erinnerungen oder Stücke

Beispielsweise Nathans Geburtsarmband. Oder Eleas erste Socken. Nicht etwa Fotoalben, von denen wir die Bilder auf Google Drive gespeichert haben. Keine Dekorationsartikel, die aus Fliessbändern stammen.

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Sie sind in 10 oder 20 Jahren noch wichtig

Dokumente, wie Geburtsschein oder Heimatschein.

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Sie sind nicht zu sperrig.

Unser Ehebett ist aus Echtholz. Wäre schön das aufzubewahren - nur wo?

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Sie haben einen hohen emotionalen Wert.

Das ist der kniffligste Teil. Wir neigen dazu uns schnell einzureden, dass etwas von unglaublicher Bedeutung ist. Trennen wir die Spreu vom Weizen, dann - siehe da: Von echter Bedeutung sind nur wenige Sachen.

icon add white Haushalt auflösen icon less white Haushalt auflösen Oder: Sie sind in der Zwischenzeit für andere nützlich.

Ob wir sie in zehn Jahren zurückbekommen oder zurück wollen, wird sich zeigen.

WAS MICH TRÖSTET

Fazit: Mir fällt es schwer alles hinter mir zu lassen. Ich tue es, weil da draussen auf mich die grosse, weite Welt wartet. Und ich hoffe, die tröstet mich über Puppenhäuser und all die Kleider hinweg.

Die liebe Altersvorsorge
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