Holt mich hier raus

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Als Familie auf Weltreise zu gehen, hat tolle Vorteile. Ich verbringe als Vater mehr Zeit mit Kindern und Ehefrau. Ich geniesse es, auf neue Menschen und Kulturen zu treffen. Ich liebe es dann zu arbeiten, wann ich möchte. Und vor allem liebe ich es, etwas Neues zu machen. Nicht alles ist immer rosarot. Und manche Dinge machen mir zu schaffen.

GESTRANDET

Ich bin ein kommunikativer Mensch. Und die meisten Menschen, die mich kennen, würden behaupten, dass das eine Untertreibung ist. Jetzt bin ich in einem Teil der Welt, wo die Menschen weder Deutsch, noch Englisch sprechen. Ich bin auf einer Insel gestrandet. All by myself.

NIEMAND DA ZUM PLAPPERN

Klar, ich habe meine Familie um mich. Und ich schätze es, mit ihnen zu plappern. Ich hoffe ihr versteht mich, wenn ich sage: Ich brauche das Plappern mit anderen Menschen. Als Gestrandeter fehlt mir jemand zum Reden. Das Plappern hat bei mir – wie bei einer Frau – den Vorteil, dass es meine Seele reinigt. Ich mache Witze, die niemand ausser mir lustig findet und ich mache dumme Sprüche, die niemand versteht. Und ich beweise mich durch mein Geplapper. Das alles geht nicht.

WENIGER STRUKTUR

In unserem jetzigen Leben haben wir weniger Struktur, als zuvor. Wir hatten am Anfang viel zu tun und zu planen. In der Zwischenzeit funktioniert vieles. Das was nicht funktioniert, das lösen wir locker in der vorhandenen Zeit. Und das heisst: Wir haben viel leere Zeiten. Was mache ich dann? Und wann gebe ich wieder Vollgas? Ein Mensch wie ich, der in kurzer Zeit viel erledigt und Dinge gerne vor sich herschiebt, der hat mit weniger Struktur Mühe.

ALLE TICKTEN GLEICH

In der Schweiz war mein Leben vergleichsweise unkompliziert. Die Menschen waren alle «gleich». Das heisst, sie tickten alle nach ähnlichen Verhaltensmustern und ähnlichen Denkweisen. Zumindest grob betrachtet. Selbst, wenn sie andere Charakter oder andere Meinungen haben: Sie waren für mich berechenbarer. Ich fand es nie schwierig, mit Ihnen umzugehen. In einer anderen Kultur ist das viel anstrengender. Insbesondere weil ich kaum Spanisch spreche.

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EINE KRISE

In den letzten Tagen steckte ich deshalb in einer Krise. Ich stand am Morgen auf und versuchte mich durch den Tag zu mogeln. Ich war für Mirjam sicher keine grosse Hilfe und Netflix lockter mich mit einer neuen Serie. Ich merkte, das macht mich traurig. Und ich fühlte mich ein bisschen verloren. Ich brauche hier etwas, das mir hilft, an solchen Tagen einen Halt zu finden. In meinem alten Leben war es der Job. Da musst du hin. Selbst wenn es dir scheisse geht. Das bietet eine tolle Struktur.

KEIN MÜSSEN MEHR

Wir geben unserem Tag Struktur, indem wir aufteilen, wer wann zu den Kindern schaut und wer in dieser Zeit arbeitet. Und wir essen zu mehr oder weniger festgelegten Zeiten. Das abends ins Bett gehen und morgens aufstehen, funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk. Da wir alles selbst bestimmen, verliert sich schnell das Gefühl von «ich muss». Und ich merke, das brauche ich.

PLAPPERN AUS DER FERNE

Gut, dass ich da einen Freund habe, der sich Zeit nimmt immer wieder mit mir zu quatschen. Er in der Kälte, ich in der Wärme. Dem Internet sei Dank, eine grossartige Sache. Wir plappern über Unwichtiges. Wir jammern über das immer Gleiche. Er erzählt mir von der Kälte in seinen Fingern, ich erzähle ihm von der schönen Landschaft hier. Das Plappern mit ihm reinigt meine Seele. Er besucht uns bald in Costa Rica, worüber ich mich extrem freue.

FREIHEIT ALS HERAUSFORDERUNG

Ich freue mich, dass wir als Familie auf Weltreise sind. Ich hoffe, ihr versteht mich richtig. Ich geniesse das neue Leben und all seine Vorzüge. Zuhause gab es Menschen, die mich warnten und sagten: «Das Leben wird kein Ponyhof sein». Ich antwortete immer: «Das erwarte ich gar nicht». Jetzt weiss ich, was mich an meine Grenze bringt. Ich hätte nie gedachte, wie herausfordernd es ist, viele Freiheiten zu haben.

PARAT FÜR NEUES

In der Zwischenzeit fand ich eine Lösung, die mir hilft. Ich schrieb mir die Gedanken von der Seele. In diesem Sinne: Danke für‘s Lesen. Du kannst mir gerne eine Rechnung schicken. Und jetzt stürze ich mich wieder in mein Weltenbummler Leben. Und nehme mir vor, Mirjam eine Hilfe und aktiver mit den Kindern unterwegs zu sein. Ich freue mich darauf und darauf, dass die Reise Morgen weitergeht. Neuer Ort, neue Herausforderung. Ich bin parat.

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