«Nate zerstörte unsere Anlage»

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Vor vier Monaten fegte er über Costa Rica hinweg. Der Sturm Nate. Als wir vor zwei Monaten in Costa Rica ankamen, fragten wir hier und dort nach, wer von den Schäden betroffen sei. «Todo bien.» Alles gut. Das war die Antwort, die wir immer bekamen. Das Stromnetz funktioniert wieder und die Autos befahren alle Strassen. Wir trafen einzig eine Frau, die ihren Hund während des Sturms verlor.

EINE WUNDERSCHÖNE FAHRRADTOUR

Wer wirklich unter dem Tropensturm litt, erfuhren wir erst, als wir von Boruca nach Palmar Norte fuhren. Die Borucaner erzählten uns, dass die Häuser neben dem grossen Fluss im Tal einigen Schaden durch Nate nahmen. Die Strecke von Boruca nach Palmar Norte ist wunderschön. Zuerst fuhren wir über eine staubige Strasse die Berge nach unten ins Tal. Mit einer Aussicht, die unbezahlbar ist. Eine unendliche Weite über die Berge, über das Tal und den grossen Fluss. Und in der Ferne das Meer. Dann weiter über die Panamericana, dem Fluss entlang.

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ALLES WIRKTE FRIEDLICH

Wenn du nicht genau hinschaust, sehen die Dörfer und Häuser hier aus, als sei nie etwas passiert. Mirjam sagte, die Häuser hier seien fast alle durch den Sturm beschädigt. Mir fiel nichts auf. Auf halber Strecke fuhren wir an einer Baustelle vorbei. Die Strasse war zur Hälfte weggebrochen. Ansonsten wirkte auf mich alles normal.

SPUREN DER VERWÜSTUNG

Unterwegs trafen wir ein paar Einheimische, die uns einen Platz zur Übernachtung empfohlen: Quebrada Grande. Ein Restaurant und Hostel, das günstig und familienfreundlich sei. Als wir dort ankamen, übertraf der Ort unsere Erwartungen. Alles passte. Bis der Besitzer uns sagte: «Hier könnt ihr nicht bleiben. Abgesehen von dem Restaurant ist alles komplett verwüstet.»

«ALLES IST KAPUTT»

Als er erzählte, dass die Matratzen weggeschwemmt und die Bungalows zur Hälfte eingestürzt seien, glaubte ich zunächst kein Wort. Auf der linken Seite sahen wir ein Restaurant, einen grossen Pool mit Bar und die Bungalows. Auf den ersten Blick wirkte es intakt. Claudio, der Chef der Anlage, wiederholte sich: «Nein, alles ist kaputt. Wir haben keinen Platz zum Schlafen.» In der Quebrada Grande lief gerade eine riesige Party mit lauter Musik. Hatten wir uns wegen des Krachs verhört? Wir trafen uns zwei Tage später mit ihm. Bei normalem Betrieb.

EIN STURM NACH DER ERÖFFNUNG

Claudio, ein kleiner, runder und sympathischer Mann wirkte nicht, als ob er scherzte. Als wir im Restaurant standen und uns unterhielten, schaute ich mich nach den Spuren der Verwüstung um.

Kinder plantschten im Pool, die Erwachsenen genossen einen Fruchtcocktail, während Claudio uns erzählte, dass die Anlage zwei Tage vor dem Sturm ihre Eröffnung feierte. Zwei Tage bevor der Sturm über das Land fegte.

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DER TROPENSTURM NATE

150 Kilometer flussaufwärts von Palmar Norte liegt die Stadt San Isidro. Dort besuchten wir den Circo Fantazztico. Und dort beginnt der Fluss. Als Nate über das Land fegte, wuchs der Fluss zu einem Monster und stieg immer höher. Bis zu zehn Meter über dem normalen Pegel. Der Fluss riss mit, was ihm in die Quere kam.

ALLES VERWÜSTET

Und der Sturm machte vor Quebrada Grande keinen Halt. Obwohl die Besitzer gerade erst eröffneten und obwohl sie ihr Anwesen noch nicht versichert hatten. Kurzum: Die Eigentümer stellten eine tolle Anlage hin, feierten Eröffnung und verloren kurz darauf alles. Oder einen grossen Teil. Sie investierten ihr Geld, um das Restaurant und den Pool zu retten. Wer nicht genau hinschaut, sieht die Schäden nicht. Einzig die Bilder vor dem Sturm zeigen, dass die Anlage einmal schöner war.

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PALMAR NORTE - EIN UNGLÜCKSORT

Quebrada Grande ist ein kleiner Weiler und gehört zu der Stadt Palma Norte. Eine Stadt zwischen den coolen Hotspots von Costa Rica. In der Nähe von Drake Bay – der Flecken mit den Traumstränden. In Palmar Norte fahren die Touristen durch, übernachten und fahren weiter an das Meer. Das heisst, die Stadt ist kein Wirtschaftswunder. Drogen, Prostitution, Armut. Das sind die Schlagwörter. Und genau hier verteilte der Sturm die Wassermassen am weitesten. Ernte futsch, Einkommen futsch.

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PERFEKT FÜR EINEN ZWISCHENSTOP

Und futsch das Restaurant Quebrada Grande. Oder die Bungalows. Claudio erzählte uns, dass es andere viel härter traf. Hier sei es wenigstens möglich zu arbeiten. Und die Gäste kämen treu. Bis die Bungalows stehen und bewohnbar sind, vergeht noch eine Zeit. Vorher müssen die Eigentümer entscheiden, ob sie die Bungalows leer lassen oder ob sie investieren. Wir hoffen auf zweites. Der Platz ist perfekt für einen Zwischenstop. Insbesondere für Familien. Ein wunderschön gelegener Ort zum Halt machen und «pura vida» geniessen. Solange der Fluss nicht über das Ufer kommt.

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