Plastik im Paradies

autor mirjam Plastik im Paradies

Der erste Schock durchfuhr uns in Costa Rica. Dreckige, vermüllte Strassen. Überall Abfall, Essensreste und von Hunden durchwühlte Säcke. Der Zyklus des Verbrauchs endet in der Natur. Beim Einkaufen im Supermarkt wurden alle Einkäufe sorgfältig von einer extra dafür angestellten Person in Plastikbeutel verpackt. Wir brauchten einige Zeit, bis wir uns daran gewöhnten an der Kasse deutlich zu erwähnen, dass wir keine Plastikbeutel benötigen. Der Tag an dem ich eine Ananas ohne Plastikbeutel heimtrug, schien für ein paar Einheimische die Sensation der Woche zu sein.

PLASTIK IN PANAMA

In Panama ging das Drama weiter. Plastik, wohin das Auge schaut. Und Menschen, die ihren Abfall unbedacht an jeder Ecke liegen lassen. Hier und da standen Abfalleimer bereit. An manchen Orten sahen wir Warnschilder, die verbieten Abfall auf die Strasse zu werfen. Das Bewusstsein war jedoch, wenn überhaupt, höchstens in der Entstehungsphase.

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Von Costa Rica nach Panama

BRENNENDER MÜLL

Wir dachten viel schlimmer kann es nicht werden und dann kamen wir in die Dominikanische Republik. Nach Costa Rica und Panama dachten wir, dass das Ausmass an Plastik (hoffentlich) nicht mehr zu überbieten ist. Und dann das. Eine Insel in der Karibik und kaum eine Strassenstrecke, die nicht mit Plastik zugedeckt ist.

 

Wir stiessen unterwegs auf Plastikberge, Plastikstrände und Plastikfeuer. Die Menschen in der Dominikanischen Republik zünden ihren Abfall an. Vermutlich weil niemand weiss, wohin mit all dem Müll. Hochgiftiger Rauch durchkroch regelmässig die Luft. Wir sahen, wie der Busfahrer die Abfälle an Haltestellen bedenkenlos aus dem Fenster warf. Und in den Supermärkten wurden die Einkäufe nicht jeweils in einen, sondern gleich in zwei Plastikbeutel verpackt.

PLASTIK IN DER DOMINIKANISCHEN REPUBLIK

Nirgendwo auf unserer Reise sass der Schock so tief, wie auf der grossen Insel der Karibik. Eine Insel, die in unseren Köpfen als Paradies aus weissen Stränden und Palmen existiert. Eine der beliebtesten Feriendestinationen für Deutsche. Die berühmten Touristenstrände sind selbstverständlich frei von Müll. Sonst vergrault der Abfall die Touristen.

 

Ich suchte in der Hauptstadt Santo Domingo mit Nathan und Elea nach einem Strand. Der nächste lag allerdings zwanzig Minuten entfernt und ein paar Einheimische empfahlen mir einen Strand mit einem Aussichtssteg. Dort galt: Hauptsache nicht nach rechts oder links schauen. Die Aussicht vom Horizont geniessen. Neben dir ist der ist kein Sandstrand, sondern ein Plastikstrand.

PLASTIK IM PARADIES

Als ich an diesem Strand ankam, schluckte ich schwer und dachte mir: Nein, ich hüpfe da mit den Kindern rein. Nicht wegschauen und das Ganze umgehen. Das machen die Tiere, die hier leben auch nicht. Und das Meer, das hier an den Müllstrand schwappt, ist ebenso kostbar, wie das an den Touristenstränden.

 

Ich fischte im Minutentakt Plastikbeutel aus dem Meer. Ich gebe es ehrlich zu: Ich war den Tränen nahe. Ich bin kein geborener Öko. Das Bewusstsein für Umwelt und Natur wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Erst durch das Wissen neuer Trends wie «zero waste» und «veganem Lifestyle», entwickelte ich nach und nach ein Bewusstsein dafür, was wir unserem Planeten antun. Oder nicht antun sollten. Seither versuche ich vegan und frei von Plastik zu leben. Auf Reisen eine Herausforderung, die nicht immer konsequent umsetzbar ist.

ENDSTATION PLASTIK

Ich sammelte an diesem – wohl einst paradiesischen Strand – das Plastik ein und da kroch die Traurigkeit aus meiner innersten Tiefe auf. Der Kontrast von Müll und Natur war zu gewaltig. Ein vergewaltigtes Paradies. Jeder Zentimeter auf diesem Strand konnte für ein Tier einen qualvollen Tod bedeuten.

 

Ich fand wichtig, dass Nathan und Elea sehen, dass nicht alle Strände aus dem Ei gepellt sind. Dass wir dafür verantwortlich sind, die Natur sauber zu halten. Und ich erklärte ihnen, dass Plastik und Müll nicht magisch verschwindet, wenn wir es in den Abfalleimer werfen. Es lebt weiter. Und das mehrere hundert Jahre.

WAS KÖNNEN WIR TUN?

Ein Polizist lief auf uns zu. Hier sei das Schwimmen verboten. Ich fragte nach, was der Grund für das Verbot sei. Er meinte: «La Contiminacion.» Die Verschmutzung. Logisch. Dort lagen Scherben und womöglich giftige Chemikalien. Anstatt dass die Regierung die Strände reinigt, verhängt sie Badesperren. Niemand darf in das Wasser steigen, um nach Plastikbeuteln zu fischen. Dafür werden weiterhin in allen Supermärkten Plastikbeutel verteilt.

 

 

Uns war klar, dass den Menschen in der Dominikanischen Republik das Bewusstsein für ihre Umwelt fehlte. Gerade eine Insel läuft Gefahr bei grosser Vermüllung irgendwann in ihrem eigenen Plastik zu schwimmen. Was können wir dagegen tun?

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