Santo Domingo

autor michael 2 Santo Domingo

Wir tragen in unserer Ehe seit Jahren die gleiche Meinungsverschiedenheit mit uns herum. Stadt oder Land? Mirjam liebt Städte und das pulsierende Leben und ich liebe das Land und die Ruhe. Darum war Santo Domingo für mich keine Liebe auf den ersten Blick, jedoch eine auf den Zweiten.

EINE HISTORISCHE STADT

Am besten kann ich meine Umgebung beim Rennen erkunden. Ich fühle dann die Distanzen besser, komme an Orten vorbei, wo keine Touristen sind und kann die Umgebung schmecken, hören und fühlen.

 

Der erste Lauf führte mich in Richtung Faro de Colon. Was das genau war wusste ich vorher nicht. Um dahin zu kommen, lief ich durch die Zona Colonial, diee Altstadt von Santo Domingo. Dort sieht es aus wie in Madrid oder Barcelona. Die Spanier errichteten dort vor Jahrhunderten ihre Herrschaft. Ein schmuckes Stück mit schönen Cafés und Restaurants. Am Ende der Zona Colonial kommt man an den Hafen, wo die Kreuzfahrtschiffe anlegen und wo Tausende von Dollars an Land gebracht werden.

MEIN LAUF DURCH DIE STADT

Ich überquerte die Hafeneinfahrt und kam in ein ärmeres Quartier. Die Menschen hier wohnen ganz nahe am Reichtum der Ausländer und Touristen. Und dort wohnen viele, die in der Kolonialzone arbeiten. Ich schmeckte die Gerüche von den Küchen und von dem Abfall und rannte weiter durch einen Park. Ein kleiner Park, inmitten einer Strasse, die aus der Stadt hinausführte. Und dann stand ich davor. Vor dem riesigen Faro de Colon.

DIE GEBEINE VON KOLUMBUS

Im ersten Moment sah es aus, als hätte hier jemand einen Anfall von Betonverbauen durchlitten. Im zweiten Moment erkannte ich Inschriften und ein grosses Stück Geschichte. Man sagt, dort lägen die Gebeine von Kolumbus. Etwas, das man auch in Sevilla behauptet. Ich brauchte sechs Minuten, bis ich um das Gebäude herumgerannt war. In der Nacht strahlte ein Kreuz per Laser in den Himmel.

DIE ARMEN QUARTIERE IN SANTO DOMINGO

Ich rannte zurück und genoss das Eindunkeln, während ich mir einen Weg zwischen Bars und Cafes bahnte, wo das Leben pulsierte. Die Menschen genossen den Abend und der Sonnenuntergang tauchte die Stadt in ein wunderschönes Licht.

 

Zwei Tage später zog ich meine Laufschuhe erneut an. Dieses mal rannte ich in die Gegenrichtung. Dabei fiel mir sofort auf: In dieser Stadt leben Arm und reich ganz nah beieinander. Ich sah keine reichen oder armen Quartiere. In der Stadt ist alles gemischt. Die wirklich armen Quartiere liegen ausserhalb der Stadt in der Agglomeration. Orte, wo du als Toruist aufpassen musst. Im Zentrum Stadt fühlte ich mich auch in den ärmeren Teilen sicher.

DIE WELT DER EINFACHEN LEUTE

Ich rannte an den typischen Appartments der Reichen vorbei und tauchte in die Welt der einfachen Leute ein. Manchmal wechselte dieses Spiel im Minutentakt. Ich rannte weiter und suchte den zweiten Park, den ich besuchen wollte. Dabei kam ich an breiten Strassen und kleinen Verkaufsläden vorbei. Überall gab es kleine Barbershops und abertausende von Strassenverkäufern.

KARIBISCHE MUSIK UND SCHWITZENDE KÖRPER

Als ich im Park ankam, merkte ich, dass auch hier eine Strasse durchführte. Die Strasse war jedoch abgesperrt. Es sah nach einem Sportanlass aus. Velofahrer, Läufer, wie ich und Baseballteams genossen den schattigen Vorabend. Plötzlich lief ich mitten durch das Open Air Fitnessprogramm durch. Karibische Musik und schwitzende Körper. Auf der Bühne, mitten auf der Strasse, feuert eine Latina mit vollem Einsatz die Menge an. Hier schwitzte man sich die Kleidung voll.

SPORT IN DER KARIBIK

Baseball ist übrigens die Sportart Nummer Eins in der Dominikanischen Republik. Überall wird trainiert. Auf der Strasse, in den Hinterhöfen und in den Wäldern zwischen den Bäumen. Einige der besten Baseballspieler der Welt, kommen von hier. Neben Baseball wird auch viel Leichtathletik betrieben. Und eines der besten Volleyballteams der Frauen besteht aus Dominikanerinnen.

15 KILOMETER

Ich rannte zurück, kam am Verteidigungsministerium vorbei und musste hier einfach ein Foto meiner Bildstrecke hinzufügen. Die Taxis hupten, die Busse brachten die Menschen von der Arbeit nach Hause und die Restaurants füllten sich langsam. Nach 15 Kilometern Santo Domingo pur, kam ich in der Unterkunft an. Die Hitze und die Luftfeuchtigkeit forderten den vollen Tribut.

SANTO DOMINGO - WE WILL MISS YOU

Ich ging an diesem Abend drei Mal duschen. Später fiel ich ausgepowert in mein Bett und liess Santo Domingo vor meinem inneren Auge vorbeiziehen. Städte sind nicht meins, aber ich komme wieder. Schliesslich habe ich die älteste Kirche der Welt noch nicht gesehen. Soweit ich dem Reiseführer entnehme, habe ich auch unzählige Museen und andere Sehenswürdigkeiten verpasst. Macht nichts. Mirjam und ich haben etwas mehr Frieden in unsere Ehe einkehren lassen. Denn ich Landmensch habe Santo Domingo gesehen, gespürt und gerochen. Und es war eine Freude.

Das erste Mal auf Kreuzfahrt
Cabarete - Ecolodge in der Karibik

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