Sind wir mutig?

autor mirjam Sind wir mutig?

Ich freute mich riesig auf Panama. Ich freute mich auf ein neues Land, neue Erfahrungen und neue Menschen. Auf eine neue Kultur. Und dann, nach sieben Kilometern, das altbekannte Problem: Mein Fahrrad hatte einen Platten. Ich war gefrustet. Und da ich vorab recherchierte, wusste ich: In Panama sind die ersten 50 Kilometer nach der Grenze kein Ziel für Touristen und Weltenbummler wie uns. In anderen Worten: Die Orte zum Übernachten sind spärlich gesät.

DIE TOURISTEN WÜSTE IN PANAMA

Und dann standen wir vor seinem Restaurant und ich wusste: Wir schlafen hier oder nirgends. Die Leute sagten, dass hier weit und breit keine Hotels sind. Ich sammelte all meine Spanischkünste und überzeugte alle und mich selbst, dass hier und jetzt ein Platz zum Schlafen her muss – für eine Nacht.

EIN ZIMMER BEI BERNARDINO

Der Mann mit der Silberkette führte uns in sein Haus. Sein Name: Bernardino. Ich fühlte mich richtig wohl. Und das, obwohl das Zimmer, in dem wir unterkamen, eine Baustelle aus betoniertem Müll war. Er hängte Tücher über das, was Fenster sein sollten. Er fragte uns aus und zeigte ehrliches Interesse.

BLEIBEN UND HELFEN

Ich fühlte mich wohl mit unserem Gastgeber Bernardino. Und ich fühlte mich wohl mit dem Gedanken morgen weiterzuziehen. Was insbesondere mit Zimmer und sanitären Anlagen zu tun hatte. Dann sagte Michael: «Lass uns ihm helfen.» Helfen? Bleiben? Ich wusste, dass sein Restaurant heruntergekommen war. Und dass das Potenzial völlig brach lag. Immerhin war es das erste anständige Restaurant nach der Grenze. Bleiben und helfen tönte nobel und schön. Gleichzeitig dachte ich an unsere Zimmergenossen, die Kakerlaken.

KAKERLAKEN UND KEIN INTERNET

Ich stimmte zähneknirschend zu. Mit einer Bedingung: Wir brauchen Internet. Im Haus hatte es kein Wi-Fi. Bernardino meinte, in der Nähe habe es öffentlichen Internetzugang. Der war mehr schlecht, als recht. Und die Koppelung an das Internet erfolgte in sengender Hitze. Ich sagte zu Michael: «Tut mir leid, ich will weiter.»

GOTT, SCHULDEN UND DIE MAFIA

Darum plante ich, dasselbe zu Bernardino zu sagen. Ich ging zu ihm und begann das Gespräch damit, dass wir weiter nach Panama Stadt reisen. Und dann rutschte es mir über die Lippen. Dass ich von Herzen glaube, dass Gott ihn segnen wird. Er fragte mich, ob wir an Jesus glauben. Ich bejahte, er bejahte und dann begann er zu erzählen. Von der Mafia, von Schulden und von seiner Angst, in einem schwarzen Plastiksack zu enden.

BEREIT ZU HELFEN

Ich verspürte Mitleid und war zu spirituell veranlagt, um mir nichts dir nichts weiterzuziehen. Ich redete mich Michael: «Bleiben wir und helfen diesem Mann.»

Bernardino war ein Mann, der früher betrunken auf der Strasse lebte. Er schaffte den Entzug und heute ist seine Droge Gott. Auf seinem Tisch lag eine Bibel und er glaubte, dass wir von Gott gesandte Engel waren, die ihm bei seinen Problemen halfen.

Wir waren bereit zu helfen. Und wie wir halfen, beschrieb Michael in seinem letzten Blogpost.

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Mit «Organic Food» gegen die Mafia

DIE SCHULDENFALLE

«Gott wird etwas aus diesem Ort machen.» Sagte Bernardino immer wieder.

Und wir antworteten: «Du musst etwas aus dem Ort machen. Entweder du verkaufst alles und zahlst deine Schulden. Oder du bist mutig und wagst einen neuen Schritt ins Ungewisse.» Uns war klar, dass aktuell keine Chance darauf bestand, dass er jemals mit diesem Restaurant genug verdient, um den Berg an Schulden abzubauen. Entweder lockt er Touristen an oder er verkauft die Hütte.

DAS POTENZIAL AUSSCHÖPFEN

Wir dachten: Touristen – wie wir – geben ihr Geld gerne für Sinnvolles aus. Insbesondere wenn das nicht Reis und Bohnen beinhaltet. Beispielsweise für gesundes, organisches und lokales Essen. Potenzial, das komplett brach lag.

Wir versuchten gemeinsam mit ihnen das Potenzial auszuschöpfen.

SIND WIR MUTIG?

Nach einigen Tagen und nachdem wir das Gefühl hatten, dass sie es selbst packen werden, zogen wir weiter. Und seither machte ich mir Gedanken darüber, ob Bernardino gemeinsam mit seiner Frau weiterhin die mutigen Schritte geht. Ich dachte darüber nach, was unsere eigenen mutigen Schritt sind. Wir sagten zu anderen, die Hilfe nötig hatten: «Sei mal mutig.» Und wir? Wir sind auf Weltreise. Mit Fahrrad und Kindern. In einer solchen Lebenssituation zu stecken, erfordert ein gewisses Mass an Mut. Wir brauchten Mut, um die Komfortzone der Schweiz hinter uns zu lassen.

WIE GEHT ES WEITER?

Wir alle neigen dazu, uns ständig neue Komfortzonen zu suchen. Nach dem Aufenthalt im Organic Food Laden, brauchte ich Zeit zum Nachdenken. Zeit, um mich zu erholen von den Problemen und dem Leben anderer Menschen. Nach unserem Aufenthalt bei Bernardino, zogen wir uns in die Berge in Panama zurück, um uns darüber Gedanken zu machen, wie es weitergeht. Was sind unsere nächsten mutigen Schritte?

RAUS AUS DEN KOMFORTZONEN

Wie sieht unser Leben nach der Weltreise aus?

Wir wissen, dass wir nicht in ein komfortables und einfaches Leben zurückwollen. Und dass wir als Familie auf Weltreise immer wieder Komfortzonen hinter uns lassen und etwas Neues wagen.

Arbeiten auf Weltreise
Mit «Organic Food» gegen die Mafia

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