So wie Gott uns schuf

autor mirjam So wie Gott uns schuf

Wir haben keine Probleme damit nackt zu sein. Dass wir nicht verklemmt sind, macht uns allerdings nicht zu Nudisten. Oder sagen wir: Machte. Wir liessen unsere Hüllen fallen. Umgeben von Wald, Natur und allem anderen, was Gott schuf. Nackte Menschen waren unsere Nachbarn. Und das alles, weil ich die Anzeige falsch verstanden hatte.

CLOTHING OPTIONAL RESORT

«Clothing Optional Resort» hiess es in der Anzeige. In der Regel achte ich nicht auf die Titel der Ferienunterkünfte. Manche bezeichnen ihre Angebote als «blumiges Paradies» oder ganz simpel als «the place to be». Ich achte mehr auf den Preis, die Bilder und den Standort. Und weil in diesen Punkten alles stimmte, war die Unterkunft gebucht. Und erst nach Bezahlung realisierten wir: Die nächste Woche verbringen wir in einem Resort für Nudisten.

DIE BEGEGNUNG MIT PIPIMANN UND CO.

Michael und ich lachten darüber und dachten uns, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und wir begaben uns wenige Tage spsäter vollständig bekleidet in unsere Unterkunft. Ein Resort abseits von Tourismus, Verkehr und Trubel. Mitten in der Natur, zwischen Wald, Bächlein und … Nackten.

 

Als wir ankam winkte uns die erste Nackte aus ihrem Schlafzimmer zu. Die Balkontüren sperrangelweit offen. Wir begrüssten unsere Nachbarn. Und unsere Kinder taten hemmungslos genau das, was sich Erwachsene bemühen nicht zu tun, wenn sie das erste Mal unter Nudisten sind: Sie starrten unentwegt und grinsend auf Pipimann und Co.

DER NACKTE MANN

Wir erklärten höflich und den Blickkontakt haltend, dass unsere Kinder derartige Begegnungen nicht gewohnt sind. Nudistisch sind die eigenen Eltern bisher einzig und allein in den eigenen vier Wänden. Anscheinend würde sich das jetzt ändern.

 

Michael war der erste, der die Hüllen fallen liess, als er die nackten, netten Nachbarn nach Milch fragte. Er machte sich nackt auf den Weg und kam mit Milch und Schokolade für die Kinder zurück.

passende beiträge So wie Gott uns schuf

BTW, PASSENDER BEITRAG:

Papa auf Weltreise

WILDE ORGIEN UND FREIE LIEBE?

Unter Nudisten zu sein bedeutet, dass du das erste Mal Scham empfindest, wenn du als einzige Person Kleider trägst. Dann bist du der Aussenseiter. Und ich war ein Aussenseiter. Ich beobachtete wie mein nackter Mann mit meinen nackten Nachbarn sprach und versuchte Hemmungen und Scham von mir abzustreifen.

 

Ich hielt mich zunächst nackt und sicher in unseren eigenen vier Wänden auf. Und studierte die vielen Nudisten Magazine, die in unserem Wohnzimmer lagen. Unter den Leserbriefen fand ich den besorgten Text einer Ehefrau, die sich gemeinsam mit ihren Mann zu Nudisten hingezogen fühlte. Sie habe grosse Zweifel ein Nudisten Resort zu besuchen. Jeder weiss, dass dort Kleider und Hemmungen gleichermassen fallen. Wilde Orgien und freie Liebe.

DER NATÜRLICHSTE LOOK DER WELT

Die netten (nackten?) Redaktoren des Nudisten Magazins beruhigten die Frau. Solche Resorts seien selten. In der Regel unterscheiden sich Nudisten von normalen Menschen einzig hinsichtlich ihres Outfits.

 

Ich dachte darüber nach. Immerhin lebten die Ureinwohner dieser karibischen Insel vor hunderten von Jahren ohne Kleidung. Das Klima war warm. Kleider waren unnötig. Und sind es noch. Oder? Ich öffnete die Tür und verliess das Haus. Ich traute mich unter die Nudisten. Wie Gott mich schuf. Und versuchte mir einzureden, dass mein Look der natürlichste der Welt war. Da alle meinen Look teilten, war die Eingewöhnung überraschend leicht. Und ich freute mich über das Erlebnis nackt in den Pool zu springen.

NACKT SEIN BERUHT AUF GEGENSEITIGKEIT

Unter Nudisten ein Nudist zu sein, ist nicht allzu schwer. Wenn andere etwas als normal akzeptieren, fühlt es sich schnell normal an. Ich entledigte mich meiner Kleider und Hemmungen. Bis ich bemerkte, dass dann und wann ein paar Dominikaner – in Kleidung – die Gegend besuchen.

Die Bauern, die hier in der Gegend leben und der Kurierfahrer, der seinen nackten Kunden Bestellungen aus dem Dorf bringt. Sobald ich einen eingehüllten Menschen sah, huschte ich hinter Büsche oder warf mir ein Handtuch über. Das nackig sein hat für mich eine klare Regel: Vermeide jeglichen Kontakt mit Menschen in Kleidung. Entweder weil sie dein Anblick verstört, sie zu prüde sind oder weil sie alle Nudisten für unanständig halten.

EINE LOHNENSWERTE ERFAHRUNG

Ein paar Tage später gesellten sich neue Nachbarn zu uns. Nachbarn, die genauso nackt wie freundlich waren. Wir unterhielten uns mit ihnen bis in die späten Abendstunden. Bis es dunkel genug war, dass sich niemand mehr um den Look scherte. Und bis wir vergassen, dass wir an einem Ort waren, an denen wir uns sonst nie verirren. Und den wir nicht unbedingt ein zweites Mal besuchen würden.

 

Die Erfahrung nackt und entspannt zu sein, war dennoch erholsam. Nackt zu sein hat insbesondere für Mütter ganz klare Vorteile: Der Wäscheberg verschwindet. Und lieber springe ich über meine innere Verklemmtheit, als einen riesigen Wäscheberg zu erklimmen. Eine Erfahrung, die sich definitiv gelohnt hat.

Cabarete - Ecolodge in der Karibik
Von was leben wir?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hi, wir sind Familie Mettler <3



Wir sind eine Familie auf Weltreise mit Zelt, Fahrrad und Kindern.
Lerne uns kennen, indem du unseren Blogs,
Vlogs und Podcasts folgst.
Ja, und natürlich uns auf Social Media.

FacebookTwitterGoogleInstagramYoutubePinterest

Hier findest du unsere Reiseroute:

San Jose

Hol dir unseren Newsletter:

Unterstütze uns

Du willst uns auf unserer Reise und unseren Projekten unterstützen? Spendier uns einen Kaffee mit PayPal:

Yeah, uns gibt es auch offline;)