Studieren auf Weltreise

autor mirjam Studieren auf Weltreise

Als wir unsere Weltreise planten, war für mich klar, dass der Zeitpunkt «jetzt» perfekt ist. Kein «später», kein «irgendwann». Insbesondere weil unsere Kinder noch nicht schulpflichtig waren. Und weil das beste Motto bei einem solchen Abenteuer immer lautet: «Jetzt oder nie.»

STUDIUM AN DER FERNUNI

Einige von euch wissen, dass ich Studentin bin. Studentin auf Weltreise. Vorher war ich Studentin im Homeoffice. Als unser Sohn Nathan auf die Welt kam, meldete ich mich für ein Fernstudium in Psychologie an. Während mein langweiliges, erstes Baby kaum schrie und viel schlief, war das Fernstudium für mich der perfekte Ausgleich.

WELTREISE TROTZ STUDIUM?

Als wir über die Weltreise diskutierten, lag der Abschluss des Studiums kurz vor mir. Noch die Bachelorarbeit und ein letztes Modul, galt es in zwei Semestern zu bewältigen. Und aus meinem bisherigen Studium an der Fernuni wusste ich: Der Kontakt mit anderen Studierenden, den Dozenten und Assistenten während der Vorlesungszeiten war wichtig. Insbesondere für die Motivation.

ETWAS, DAS MIR SPASS MACHT

Nach jeder Veranstaltung machte mir das Studium mehr Spass. Vielleicht weil viele der Fernuni Studenten, fest im Arbeitsleben verankert waren und für mich das theoretische Studium mit spannender Praxis verknüpften. Und: Ich lernte während dem Studium gute Freunde kennen.

ERLAUBNIS ODER NICHT?

Langer Rede, kurzer Sinn: Als wir die Weltreise planten, wollte ich mein Studium um keinen Preis aufgeben. Weil es mir Spass machte. Und insbesondere nicht, weil ich kurz vor dem Abschluss stand. Ich schrieb ein Dispensionsgesuch an den Dekan.

Und jener Dekan hielt ab sofort das Glück in unseren Händen. Entweder wir verwirklichen den Traum von unserer Weltreise jetzt. Oder in 20 Jahren, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Alles eine Entscheidung des Dekans. Das Semester, in dem ich die Bachelorarbeit schrieb war unproblematisch. Und das Semester mit den Präsenzveranstaltungen? Zu meiner grossen Freude, bewilligte der Dekan mein Gesuch.

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BTW, PASSENDER BEITRAG:

Rückblick auf einen Monat Weltreise

EXTRALEISTUNGEN

«Da Sie die Veranstaltungen versäumen, schreiben Sie Essays unter Absprache mit dem leitenden Dozenten des Moduls.» Wer gerade erfährt, dass er auf Weltreise geht, für den klingt jede Extraaufgabe toll. Und wir ihr vielleicht wisst: Schreiben ist einer meiner grossen Stärken und war für mich daher eine willkommene Alternative.

STUDIUM MIT E-BOOKS

Für meine Bachelorarbeit sammelte ich die Literatur, die ich brauchte und die online erhältlich war. Das meiste davon schickte mir mein betreuender Professor zu, der Zugriff auf die meiste wissenschaftliche Literatur hat, die im Internet zu finden ist.
Und da wir im Zeitalter der E-Books leben, kaufte ich die wichtigen Bücher online. Das beste daran: E-Books sind ausgesprochen leichtes Gepäck, wenn du auf Weltreise gehst.

LITERATUR IM GEPÄCK?

Da wir als Familie per Fahrrad um die Welt reisen, ist das Thema Gepäck ganz besonders wichtig. Und die Vorstellung mit dicken Schmökern die Berge Zentralamerikas nach oben zu strampeln, ist ein ziemlicher Motivationskiller.

An Technik haben wir nicht mehr dabei, als ein iPad mit Tastatur. Kein Laptop und kein Ersatz. Da unsere Daten online gespeist sind, machen wir uns – abgesehen von den finanziellen Aspekten – keine Sorgen, was passiert, falls das iPad gestohlen wird oder kaputt geht.

DIGITALES LERNEN DANK DER FERNUNI

Ich war froh, dass in unserem Zeitalter der Digitalisierung das Problem «Literatur» bei der Bachelorarbeit problemlos lösbar ist. Dazu sei gesagt: Auf einige Literatur verzichtete ich oder fotografierte die wichtigen Seiten ab, wenn sie im Internet nicht erhältlich war.

Weniger als bei der Bachelorarbeit, machte ich mir bezüglich des anderen Moduls Sorgen. Jedes Modul liefert online genug Literatur, Videos, Hilfestellungen und Links zu weiterführenden Seiten. Digitales Lernen entspricht dem Fortschritt einer digitalen Welt. Und bedingt weniger Gepäck auf Weltreise.

VIRTUELLE GRUPPEN

Die Literatur der einzelnen Module sind allesamt online. Und im grossen Netz der welt tausche ich mich mit meinen Mitstudenten aus oder maile bei wichtigen Fragen mit der Assistentin. Ein grösseres Hindernis sind Gruppenarbeiten. Mich in einer Arbeitsgruppe zu treffen, um Leitfragen zu beantworten, würde bei meiner aktuellen Situation ziemlich ins Geld gehen. Darum sind die Lösungen Mail, Skype und verständnisvolle Studenten.

VIER TASCHEN GEPÄCK

Meine Eltern, die ältere Generation, waren komplett verwirrt, als wir in die weite Welt mit nicht mehr als vier Taschen Gepäck aufbrachen. «Was ist mit den Büchern für dein Studium?» Die Idee von E-Books im Zusammenhang mit wissenschaftlicher Literatur war für sie neu und darum hörte das Zweifeln erstmal nicht auf. Auf einer Reise mit der Familie für die Uni arbeiten? Das geht doch irgendwie nicht.

STUDIERENDE WELTENBUMMLERIN

Ich glaubte daran, nein, ich wusste: Das geht. Mit vier Taschen Gepäck, E-Books im Speicher und einer riesigen Portion Motivation, flog ich auf und davon und wurde offiziell eine Studentin auf Weltreise.

Und damit vermutlich zu einer der glücklichsten Studenten der Welt. Und vielleicht auch – aber das ist nicht bewiesen – zu der meist beschäftigten Weltenbummlerin der Welt.

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