Unser neues Leben

autor mirjam Unser neues Leben

Wir kamen zurück. Nach unserer Reise nach Israel zogen wir direkt in unsere neue Wohnung ein. Deutschland strahlte eine seltsame Wirkung auf uns aus. Fremd und vertraut.

Saubere Strassen, gepflegte Vorgärten und geordneter Verkehr. Alles war anders. Ein bisschen grösser. Und doch alles wie früher. Hinter uns lagen unzählige besondere Momente und durch unsere Heimkehr zog sich ein ausgedehnter Abschiedsschmerz.

DAS WIEDERSEHEN

Wir freuten uns irrsinnig, all unsere Freunde und unsere Familie wiederzusehen. Elea freute sich insbesondere, dass ihre Oma ihr ein Elsa-Kleid schenkte. Uns kam es vor, als reisten wir zurück in die Vergangenheit. Hier war die Zeit stehen geblieben. Alles war wie früher. Nur in uns war alles anders.

NICHT MEHR NORMAL

Wir suchten und fanden schnell eine Wohnung. Eine Wohnung mit drei Zimmern erschien uns riesig. Viel zu riesig. Während unserer Reisen wohnten wir in einem Drei-Mann-Zelt. Oder wir teilten uns ein Zimmer zu viert. Da waren wir nun: Eine vierköpfige Familie – überfordert mit drei Zimmern. Wir waren definitiv nicht mehr normal.

KEIN MANGEL AN NICHTS

Erstaunlicherweise fehlte es uns an nichts. Die Kinder verbrachten die meiste Zeit mit uns draussen (hauptsächlich auf dem Spielplatz). Und daheim lasen in alter Gewohnheit ihre Pixie-Bücher. Der Bedarf an neuen Sachen kam erst auf, als ich meinen Job in einem Grossraumbüro antrat. Mir war klar, dass ich nicht in Flip Flops und Hawaii-Shirt erscheinen kann.

NICHT MEHR ALS DREI SCHUBLADEN

Das meiste an den nötigen Kleidern schenkten mir meine modebewussten Freundinnen, die froh waren einen Grund zu haben, um ihren Kleiderschrank auszumisten. Mein Besitz an Kleidern verdreifachte sich damit schlagartig. Und alles passte immer noch bequem in zwei gewöhnliche Schubladen.

 

Michael wusste lange Zeit nicht mit was er seine einzige Schublade füllen sollte. Ein paar Monate später fand auch er einen Job und nutzte damit endlich den leeren Raum seiner Schublade.

NOCH MEHR ZEUG

Wären Michael und ich ein Paar ohne Kinder, wir wären wohl selbst mit einer Ein-Zimmer-Wohnung überfordert gewesen. Für die Kinder brauchten wir ein paar Sachen mehr. Wir organisierten Spielzeug, warme Kleider und das komplette Material, das sie für Schule und Kindergarten brauchten. Damit hatten wir die vier Taschen endgültig hinter uns gelassen.

DIE GROSSE FRAGE

Uns stellte sich vor allem eine grosse Frage: Wie reagieren unsere Kinder auf die neue Umgebung in Deutschland? Finden sie sich im Kindergarten mit all den Regeln zurecht? Können sie in der Schule stillsitzen? Auf unserer Reise waren viele Regeln, die hier in Deutschland für uns selbstverständlich sind, nicht nötig – oder wären sogar hinderlich gewesen.

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TOLLE UND SOZIALE KINDER

Wir waren überrascht, dass sie uns alle überraschten. Wider Erwarten nahmen sie die neuen Regeln schneller an, als manches Kind, das nicht monatelang heimatlos durch die Gegend reiste. Vielleicht lag es daran, dass sie sich über etwas mehr Regeln und Strukturen freuten. Oder einfach daran, dass sie ganz tolle und soziale Kinder sind. Wir tippten natürlich auf letzteres.

ZURÜCK IM NEUEN LEBEN

Michael und ich brauchten einen Moment länger, um uns wieder im Alltagstrott und im Arbeitsleben zurechtzufinden. Morgens und abends im Pendlerverkehr zu sitzen und in die müden Gesichter zu schauen, ist nach einer aufregenden Reise schnell deprimierend.

Alles war ein bisschen wie früher. Und doch anders. Was wir beibehielten war der Lifestyle der vergangenen Monate. Wir lebten freier und bewusster. Ein bisschen wir vorher vielleicht. Aber dafür mit leichtem Gepäck und den Taschen voller Erinnerungen.

Minimalistisch leben mit Kindern
Wir sind zurück!

Ein Kommentar

  • sergio sagt:

    ha, schön geschrieben.
    ihr seid mir heute in den sinn gekommen und so habe ich euch im netz besucht. schön, dass ihr gesund und glücklich zurück seid. eure worte kommen mir so bekannt vor. bei uns sieht es ähnlich aus, ausser dass wir im zweiten anlauf ein sehr grosses haus haben…aber es ist ziehmlich leer und so soll es bleiben. denn wer weiss, ob es einem nicht urplötzlich wieder aufs velo zieht….die gedanken sind nicht abwägig.
    gutes ankommen und schön wars eure reise ab und zu verfolgen zu dürfen.

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Familie Mettler

Wir sind eine minimalistische Familie.
Mit unseren Kindern bereisten wir die Welt
- und begannen unser neues Leben
mit vier Reisetaschen.

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