Untrainiert auf einer Weltreise mit Fahrrad

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Gestern trafen wir Andreas. Er erwies sich als unser Held, flickte unser Fahrrad und unterhielt sich mit mit über Sport. Ein Thema, in dem wir uns sofort fanden. Er versprach sich uns heute anzuschliessen und uns eine Weile auf unserer Radtour zu begleiten.

Wir unterhielten uns über Ausdauer, Trainigsstrategien und den puren Spass am Sport. Pura Vida. Dann kam das Thema auf, dass wir bis nach Panama fahren. Und wenn möglich noch weiter. Optimalerweise bis an das Ende der Welt. Seine vollkommen schockierte Reaktion: «Man, are you crazy?»

MIT MEINER FAMILIE AUF WELTREISE MIT FAHRRAD

Vor drei Wochen lief ich meinen ersten Marathon. In einer Zeit von drei Stunden 59 Minuten und 46 Sekunden. Ich war nicht immer ein Sportass. Früher als Kind war ich immer in Bewegung, dann kam die Pummelphase und heute mache ich Sport aus Leidenschaft. Und bin mehr als begeistert mit meiner Familie auf Weltreise zu sein. Auf einer Weltreise mit Fahrrad.

MEIN EINSTIEG IN DEN AUSDAUERSPORT

Ich erinnere mich noch gut, als ich in unserem neuen Zuhause im Emmental meine ersten zehn Kilometer rannte. Im Schnitt ging es bergab. Zuhause traf ich auf Willi, den Melker, unseren 85 Jahre alten Nachbar, der seit Ewigkeiten in einer kleinen Stöckliwohnung wohnte. Er erzählte mir die besten Geschichten aus seinem Leben und mir wurde schwarz vor Augen, wegen der zehn gerannten Kilometer. Das war mein Einstieg in den Ausdauersport. Heute würde ich nie wieder zu steil einsteigen. Immerhin machte ich meine Lektionen.

TRAINING IST KEINE VORSTUFE ZUM STERBEN

Ich lief meine Strecken und fand keinen Spass. Ich schwitzte, schnaufte und fragte mich die ganze Zeit über, wann ich fertig bin. Nicht, dass ich heute beim Training nicht leide. Der Unterschied ist: Heute leide ich kontrolliert.

Trainieren ist für viele eine Art Vorstufe zum Sterben. Wenige empfinden Spass und bekommen Lust auf mehr. Der Grund ist, dass wir von Null auf 100 gehen. In unseren Köpfen ist unser Ziel deutlich: Superfit, sportlich und trainiert zu sein.
Mit diesem Ziel vor Augen steigen wir in den Sport ein und versuchen das Bild in unseren Köpfen in die Realität umzusetzen. Und verausgaben uns vollkommen.

TRAINING MUSS SPASS MACHEN

Eine wichtige Lektion beim Training ist: Den Körper nicht überstrapazieren. Niemand geht mit einem Fiat Punto an ein Formel Eins Rennen. Das Ergebnis ist klar: Der Fiat ist der Loser. Als ich erstmals trainierte, startete ich wie dieser Fiat. Und hörte auf zu trainieren.

Heute sehe ich auf meinen Trainingsrouten viele Jogger mit hochrotem Kopf. Und ich weiss: Spass und Lust fehlen. Fahr mit deinem Fiat lieber erstmal über die Landstrasse und drück dort durch. Das macht viel mehr Fun.

ICH STARTETE MIT LAUFEN

Wie gesagt ich hörte auf zu trainieren. Bis ich im Herbst 2015 zwischen zwei Jobs drei Monate Ferien genoss. Da wusste ich nichts mit meiner Zeit anzufangen und rannte los. Stimmt nicht. Ich rannte nicht. Ich lief.
Ich lief gemütlich 15 Kilometer weit zu meinen Grosseltern. Ich lief von einem Bewerbungsgespräch nach Hause, Zehn Kilometer. Ich lief durch das schöne Emmental bis zum Mexikaner, 33 Kilomete. Und ich fand es super. Ich kam nie an komplett aus der Puste oder fühlte mich, als ob mein Herz jeden Moment explodierte. Wirklich cool. Der Saft in meinen Beinen lief aus und ich leidete. Ich leidete kontrollierte und mit Freude.

DAS SCHÖNSTE AM LAUFEN

Und das Schönste am Laufen ist der Ausblick. Du fährst in einem Auto von A nach B. Und dann läufst du dieselbe Strecke zu Fuss. Ich realisierte, dass das Laufen die Augen öffnet. Du siehst einen Baum. Du siehst ihn richtig. Er wird immer deutlich, wenn du dich ihm näherst. Du schaust in seine Krone und du siehst ihn aus 1000 verschiedenen Perspektiven.

VOM LOSER ZUM SPORTLER

Gehen war für mich eine tolle Ausgangslage, die mich motivierte wieder rennen zu gehen. Ich kannte meinen Körper besser. Ich lief ihn ein. Aus dem Fiat wurde ein Golf. eingelaufen. Vor lernte das langsame Vorwärtskommen extrem zu schätzen. Ich rannte und lief. Eine tolle Mischung.

Und, wie ihr wisst, rannte ich vor gut drei Wochen meinen Marathon. Erfolgreich. Ich stieg als Fiat ein, bis ich zum Sportflitzer wurde.

UNSER WELTREISE MIT FAHRRAD STARTEN WIR LANGSAM

Man, I am crazy. Ich fahre mit einer untrainierten Frau und Kindern auf Fahrrädern durch die Welt. Ich weiss: Wir starten langsam. Wir geniessen den Ausblick. Jeden Baum, jeden Moment. Und in ein paar Monaten, wer weiss, flitzen wir über die Strassen. Wir alle parat für eine Höchstleistung.

Durch den Tropenregen zu den Ureinwohnern
Der Start einer Weltreise - Neun Kilometer

Ein Kommentar

  • Mara sagt:

    Wow, da habe ich grossen Respekt! Du bist eine richtige Motivation mit der Bewegung zu starten. Und ganz wichtig ist: Es ist nie zu spät um anzufangen! 🙂

    Euch eine wunderbare Weltreise mit Fahrrad. Ich würde mal sagen, da du der einzige durchtrainiert bist, wirst du bestimmt mehr Gepäck tragen 😛

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