Vom Leiden und Glück einer Weltreise

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Als Mann, Ehemann und Vater auf Weltreise zu gehen, bedeutet sich für einen Spagat zwischen Glück und Leiden zu entscheiden.

Ich leide oft auf unserer Weltreise. Ich leide auf dem Fahrrad, ich leide wegen den Mücken, ich leide wegen gewissen Verhaltensmustern der Einheimischen. Ich leide, weil wir im Zelt schlafen, ich leide wegen der Hitze, ich leide wegen dem eintönigen Essen. Ich leide wegen ganz vielem. Und das ist gut.

ICH WACHSE JEDEN TAG

Leiden – wie wir es erleben – ist schön. Wir leiden und das gibt uns das Gefühl, dass es nicht easy ist. Und dass wir gefordert sind. Leiden zeigt einem das man lebt. Leiden zeigt mir, dass ich ein Problem habe. Ich fange sofort an nach Lösungen zu suchen. Ich bin aktiver, ich fordere mich heraus und ich wachse. Jeden Tag. Wie langweilig wäre es zu Hause zu sitzen. Da stelle ich Netflix ein und das Leben findet in der Fiktion statt.

HÄRTER ALS DER MARATHON

Ich mache ein Beispiel, damit ihr euch das besser vorstellen könnt. Ich scnrieb den Bericht über den Reisetag nach San Isidro. Wie Nathan und ich uns über einen Berg kämpften. Ich wiederhole mich: Der Marathon vor ein paar Wochen war locker im Vergleich. Die Hitze, die Sonne, die Luftfeuchtigkeit. Die Steigung, die stinkenden Abgase. Die hundert Mal zerbrochene Hoffnung nach der nächsten Kurve sei der Gipfel erreicht.

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BTW, PASSENDER BEITRAG:

Härter als der Marathon

AM ENDE

Nicht zu unterschätzen: Nathan hinten auf dem Schattenfahrrad. Zwischen einer Sprache, die mir nicht gefällt, dem ewigen Geplapper und dem Geweine. Wenn du vorne wie ein Irrer strampelst, ist das zu viel. Der Motorradfahrer, der reglos am Boden lag, umstellt von Menschen, die nicht wussten, was zu tun ist. Die Liste mit Dingen, die mich an diesem Tag zum Leiden brachten, ist endlos. Die Panne am Schluss der Reise, war das Tüpfelchen auf dem i.

Und dann kamen wir auf der Longo Mai an und assen ein Abendessen, das unwahrscheinlich lecker schmeckte.

DER GRÖSSTE GENUSS

Nach dem Leiden ist der Genuss umso grösser.
Der Früchtestand auf halber Höhe während der Fahrt auf den Berg. Die süsse, saftige Papaya. Mein Sohn, der zufrieden auf seinem Apfel kaut. Das Essen, oben auf dem Berg. Autos, die hupen, um uns Mut zu machen. Die Natur, die gründe Landschaft, die aussergewöhnlichen Pflanzen. Und die Abfahrt nach dem Gipfel, bei der Nathan vor Freude quietschte.Das Wiedersehen mit Elea und Mirjam in San Isidro.

HELLWACH UND AM LEBEN

All das geht an dir vorbei, als wäre es selbstverständlich, wenn du nicht dafür gelitten hast.

Ich war hellwach, voller Leben und Begeisterung während meiner Fahrt zur Longo Mai alleine durch die Nacht. ln der Dunkelheit mein Herz pochen zu hören, fühlt sich unbeschreiblich an. Die Dusche nach der Anstrengung, der Fruchtsaft von Edit, die uns am Abend bewirtete. Das Glück nach der Anstrengung spät in ein frisch bezogenes Bett zu fallen und nicht wieder um sieben Uhr im Büro zu sein.

Durch das Leiden, erwacht die Freude am Einfachen zum Leben. Das Leiden und das Glücken gehören untrennbar zusammen.

DAS LEBEN BIETET MEHR

Während eines Tages im Büro litt ich auf eine andere Art. Auf eine sinnlosere Art. Wenn der Sinn, das Ziel dahinter fehlt, fehlt das Glücksgefühl am Feierabend. Das kann es nicht sein. Das Leben bietet mehr.

Ich will leiden und Glücksgefühle spüren. Ich will an meine Grenzen gehen, das sehen, was andere nicht sehen. Mein bester Freund und ich telefonierten vor ein paar Tagen. Ich sagte ihm, dass er unsere aktuelle Unterkunft nicht freiwillig buchen würde. Ich schon. Ich will wissen, wie es ist, in den ärmsten Verhältnissen zu leben. Ich will mehr als den Bürotisch fühlen.

WIE DAS MICH VERÄNDERT

Ich merke, das macht mich demütiger. Das macht mich weniger egoistisch. Das macht mich geerdeter. Das nimmt mir den Drang mehr und besseres zu wollen.

Ich werde dadurch ein anderer Mensch. Langsam und stetig. Mich nerven manche Menschen und gewisse Umstände auf unserer Weltreise immer noch. Und sie nerven mich immer seltener.

Das macht mich zu einem anderen Mann, einem anderen Ehemann, einem anderen Papa. Ich werde dadurch zum Weltreisenden. Zum Weltbürger. Zu einem Menschen, der vieles sieht und vieles erlebt – Glück und Leid. Ich hoffe zu einem Menschen, der erträglicher ist für sein Umfeld. Und für sich selbst.

Der in seinem Leben, auf dieser Welt Leiden und Glück kennt. Und beides geniesst.

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