Vom Tourist zur Zielscheibe für Scharfschützen – I

autor michael 2 Vom Tourist zur Zielscheibe für Scharfschützen I

Ich ging gemeinsam mit meiner Fanuilie zum vierten Mal nach Israel.

Zum ersten Mal war ich mit meinem Grossvater da. Er flog mit einer Reisegruppe von Zürich nach Tel Aviv. Ich flog von Athen aus. Dort wurde ich zum ersten Mal sorgfältig am Zoll kontrolliert.

 

«Warum fliegen Sie von Athen aus? Warum fliegen Sie nicht von der Schweiz aus? Warum gehen Sie zuerst nach Griechenland? Warum fliegen Sie ohne ihren Grossvater?»

 

In dem Raum in dem ich ausgequetscht wurde sass eine muslimische Familie, auch sie hatten Schwierigkeiten in den Flieger zu kommen. Ich wurde vom Sicherheitsbeamten nach 45 Minuten persönlich zu meinem Sitzplatz im Flieger geleitet.

Soweit meine ersten Erfahrungen.

MEIN ZWEITER BESUCH

Das zweite Mal besuchte ich Israel, um meine meine Diplomarbeit über Jerusalem machen. Eine Radiosendung.

 

Die Idee war, im Flugzeug der El Al erste Aufnahmen zu machen. Die Erlaubnis dafür zu bekommen, war beinahe so kompliziert, wie die Friedensverhandlung zwischen Israel und Palästina.

 

Am Flughafen in Zürich genehmigte ich mir einen Sondercheck. Beim Zurückreisen nahm ich mir erneut 45 Minuten für die Kontrolle Zeit. Oder: Diese Zeit wurde mir genommen. Immerhin schaffte ich es jedes Mal knapp und rechtzeitig in den Flieger.

EIN DRITTES MAL NACH ISRAEL

Meinen dritten Besuch vergesse ich nie mehr.

 

Mein Plan war damals ein halbes Jahr nach Israel zu gehen und in einem Kibbutz zu arbeiten. Ich beantragte eine Volontärvisum.

 

Ein paar Tage vor meiner Abreise erhielt ich ein Jobangebot eines Radiosenders – in einem Monat sollte ich den Job beginnen. Keine Zeit mehr für ein halbes Jahr Israel. Ich schrieb der Botschaft, dass ich als  Tourist meine Reise antrete.

DAS FALSCHE VISUM

Mit dem Visum in der Tasche, flog ich entspannt nach Tel Aviv.

 

An der Passkontrolle in Tel Aviv geleitete mich der Mann hinter dem Sicherheitsglas in einen Raum mit anderen wartenden Menschen. Nach zehn Minuten wurde ich aufgerufen, erhielt meinen Pass zurück und schaffte es noch auf den Zug.

 

Ein reibungsloser Ablauf bis dahin. Bis ich meinen Pass durchblätterte und das Visum für ein halbjähriges Volontariat im Kibbutz entdeckte. Egal. Ich war im Land.

Diese Unbekümmertheit würde sich später gehörig rächen.

MEIN MONAT IN ISRAEL IM SCHNELLDURCHLAUF

Ich verbrachte ein paar Tage in Naharjia bei meiner Tante.
Danach ein kurzer Abstecher in die wunderschönn Stadt Akko.
Drei Tage Haifa mit einem Kurztrip an den See Genezareth.
Ab nach Jerusalem, dort besuchte ich ein paar Bekannte.
Tel Aviv und die ewige Party.
Eine grossartige Reise ins südliche Eilat, durch die grossartige Wüste.
Und dann noch ein paar Tage am schwarzen Meer.

EINE BOMBE IN JERUSALEM

Eine Reise, die durch eine schreckliche Meldung einen negativen Beigeschmack bekam: BBC News zeigte im Fernsehen das Bild einer Bushaltestelle in Jerusalem – oder das was von ihr übrig blieb. Der Bus war in Einzelteile zerfetzt. Die erste Busbombe in Israel seit sieben Jahren – der erste Terror seit langer Zeit.

 

Ich erinnerte mich, wie ich wenige Tage zuvor an genau dieser Bushaltestelle sass. Wie ich in den Bus mit der gleichen Nummer einstieg.

000 9R54W Vom Tourist zur Zielscheibe für Scharfschützen I

VON EILAT NACH TEL AVIV

Am selben Tag ging ich an den Flughafen in Eilat und buchte einen Inland-Flug nach Tel Aviv. Von dort wollte ich dann direkt nach Zürich weiterfliegen.

 

Am Tag der Heimreise erwachte ich früh. Packte alles zusammen und ging früher an den Flughafen, weil ich wusste, dass Sicherheitschecks in Israel ihre Zeit dauern. Dort begann die Geschichte meines Lebens…

 

Die Geschichte mit den Scharfschützen, dem falschen Visum und dem Mann, der mit mir auf Toilette ging. Ich erzähle sie euch im nächsten Beitrag.

Vom Tourist zur Zielscheibe für Scharfschützen - II
Israel mit Kindern - 5 Tipps

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.


Familie Mettler

Wir sind eine minimalistische Familie.
Mit unseren Kindern bereisten wir die Welt
- und begannen unser neues Leben
mit vier Reisetaschen.

Facebook Twitter Google Instagram Youtube Pinterest

Hol dir unseren Newsletter:






LIEST DU GERNE UNSERE BEITRÄGE?

Abonniere unseren monatlichen Newsletter. Auf diesem Weg kannst du mit uns in Kontakt bleiben :)






X
MEHR?