Von Panama nach Kolumbien – Eine komplizierte Grenze

autor mirjam Von Panama nach Kolumbien Eine komplizierte Grenze

Der Plan war es, von Panama nach Kolumbien zu reisen. Dass durch Militärgebiete und den unbewohnten Dschungel keine asphaltierte Fahrradroute führt, war uns klar. Wir wussten, dass wir von Panama nach Kolumbien, wenn überhaupt, mit dem Boot kommen. Im Internet hiess es, dass wir eine Fahrkarte für ein solches Boot nicht unter 500 Euro pro Person erhalten.

PANAMA - KOLUMBIEN - EINE KOMPLIZIERTE GRENZE

Und wirklich sicher sei eine Bootsfahrt nicht. Erst recht nicht, wenn du am Preis drückst. Wir überlegten lange, wie wir die Grenze am besten passieren. Und keine der Lösungen war wirklich befriedigend. Das Boot schien in etwa gleich teuer, wie ein Flug in die alte Heimat zu sein. Insbesondere, wenn der Kapitän für unsere Fahrräder ein paar extra Scheine verlangt.

EINE NEUE IDEE

In Kolumbien angekommen, würden wir grosse Strecken mit dem Bus bestreiten, weil die Landschaft für eine Fahrradtour teilweise zu bergig ist. Und von Kolumbien würden wir dann das Flugzeug nach Hause buchen, weil ich im Sommer meine Semesterprüfungen in der Schweiz habe. Und für jeden Flug und jede Busfahrt, würden wir unsere Fahrräder extra zahlen. Und das brauchte uns auf eine neue Idee.

EINE REISE MIT DEM SCHIFF?

Die Idee: Wir umgehen das Fliegen komplett und suchen nach einer Möglichkeit über den Atlantik zu schippern. Per Schiff, Kreuzfahrt, Frachter – egal. Hauptsache wir sind früh genug in Europa, damit ich es zu meinen Prüfungen schaffe. Die Idee mit dem Frachter scheiterte schnell daran, dass Elea zu jung für ein solches Abenteuer ist. Manche Frachtschiffe erlauben Passagiere erst ab sechs Jahren. Andere sogar erst ab 16 Jahren.

KREUZFAHRT STATT KOLUMBIEN

Die letzte Option, die uns blieb, war das Kreuzfahrtschiff. Michael und ich hatten nie das Verlangen eine Kreuzfahrt zu machen. Unter allen Optionen, war diese Idee bei weitem die beste. Und das, obwohl sich beim Thema Kreuzfahrt ein weiteres Problem ergab: Von Panama fahren keine oder fast keine Kreuzfahrtschiffe nach Europa. Wir haben Verständnis dafür, wenn ihr jetzt die Augenbrauen hochzieht. Wir fragten uns, wie das sein kann, dass am berühmten Panamakanal keine Schiffe für kreuzfahrtbegeisterte Europäer anlegen.

Die meisten Kreuzfahrtschiffe, die den Weg über den Atlantik bestreiten, starten in der Karibik.

KEINE LÖSUNG AM PANAMAKANAL

Da waren wir. In der grossen, berühmten Hauptstadt Panamas. Einen Katzensprung vom Panamakanal entfernt. Hinter uns Costa Rica. Vor uns Kolumbien. Um uns herum die Welt. Und jede Lösung weiterzureisen schien entweder zu teuer oder zu aufwändig. Und keiner der Lösungen schien das Flugzeug zu umgehen.

Wir entschieden uns nach endlosen Überlegungen für die Variante, mit dem Kreuzfahrtschiff von der Karibik zu starten. Eine letzte Frage blieb: Wie kommen wir in die Karibik?

IN DER HAFENSTADT COLON

Wir dachten uns: Wenn von Panama kein Schiff nach Europa aufbricht, dann in die Karibik. Das Internet zerstörte uns erneut diese Illusion. Keine Schiffe fahren von Panama in die Karibik. Oder: Keine nehmen euch mit.

Da wir ausgesprochen hartnäckig sein können, sagten wir uns: Auf in die Hafenstadt Colon. Eine Stadt, in der auf der einen Seite, die Häuser unter der Armut zusammenbrechen. Und auf der anderen Seite ein paar Schickimichi Läden und ein riesiges Vier Sterne Hotel auf die Kreuzfahrttouristen warten. Und wir waren irgendwo zwischen den Seiten, auf der Suche nach einem Schwumm in die Karibik. Wir redeten mit zwielichtigen Typen mit Goldzahn, mit dem Besitzer eines Kreuzfahrtunternehmens und mit unzähligen Angestellten diverser Hafenfirmen.

WEITER NACH...?

Die Antwort war immer dieselbe: Von hier fahren keine Schiffe in die Karibik. Oder: Keine nehmen euch mit. Von unserem Schickimichi Hotelzimmer aus, sahen wir ein riesiges Kreuzfahrtschiff und fanden heraus, dass dies direkt in die Dominikanische Republik startet. An Bord zu kommen war selbst mit Pässen, Dollarscheinen und Kontakten zu Hafenganoven unmöglich.

Keine Schiffe, keine Fähren, keine Millionäre mit Luxusyacht. Nichts. Der Panamakanal hatte für uns seinen spektakulären Glanz im Flug verloren. Im Flug, im wahrsten Sinn des Wortes. Alles lief darauf hinaus, dass wir das Flugzeug nehmen.

Wir fuhren zurück. Durch die brüchige, zerfallene Hafenstadt Colon. Vorbei am grossen Panamakanal. Zurück in die Hauptstadt mit den Tausenden Schiffen. In denen nicht ein einziges darauf wartete, uns mitzunehmen.

Und für welchen Transport und welche Richtung wir uns nach dieser verzweifelten Suche entschieden, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

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