Was wurde aus dem Leben im Zelt?

autor mirjam Was wurde aus dem Leben im Zelt?

Meine Schwester schickt mir regelmässig Nachrichten: «Schickt mal Fotos von eurem Zelt.» Oder: «Ihr seid schon wieder in einem Haus. Wo ist euer Zelt?» Berechtigte Fragen. Darum, liebe Schwester, diese Antwort ist dir gewidmet. Und natürlich allen anderen, die sich seit geraumer Zeit Fragen: Wo ist das Zelt der Familie Mettler?

ROMANTISCHES OUTDOOR CAMPING

Wir planten unsere Weltreise mit niedrigem Budget. Und als wir uns fragten, wo wir auf Weltreise übernachten, wurde das Zelt aufgrund seiner ökonomischen Vorteile immer wieder Thema. Und anfangs abgeneigt von der Idee, flackerte irgendwann Abenteuerlust in uns auf. Wildcampen, Lagerfeuer und mitten in der Natur. Das waren alles Sachen, die für uns die Idee vom Zelten immer attraktiver machten.

ZELT IN DER HAUPTSTADT

Und kurz nachdem wir uns entschieden unsere Weltreise mit Fahrrad zu machen, entschieden wir uns dazu, unser Leben ab sofort im Zelt zu verbringen. Und wir meinten das, wie wir es sagten. In Costa Rica kauften wir uns unser Zelt samt der Fahrräder und los ging die Fahrt. Nach neun Kilometern hatten wir unsere erste Panne – mitten in der Hauptstadt. Zelt aufschlagen? Eher, nein.

UNSER ERSTES ZELTABENTEUER

Unseren zweiten Halt auf Weltreise machten wir in einem Resort für Ureinwohner. Bei tropischen Regenstürmen. Zelt aufschlagen? Wir waren dankbar, dass der Schamane und seine Familie uns ihr Haus zur Übernachtung anboten.

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UNSER ERSTES ZELTABENTEUER

Unsere dritte Station führte uns in eine Eco Lodge im Dschungel. Und da stellten wir unser Zelt das erste Mal auf. Wir wählten als Weichei-Variante einen Platz mit Überdachung, da zu dieser Zeit tägliche Regenschauer in Costa Rica herrschten. Und das obwohl der Dezember dort als Trockenzeit gilt. Ich schlief tief und fest auf unseren genialen Schlafmatten. Und abgesehen von einem Frosch, der einmal über unsere Schlafsäcke hüpfte, war ich richtig begeistert von dem Zelt und davon, dass keine Mücken mit uns hausten.

KEIN SCHLAF

Michael dagegen stellte leidend fest, dass er im Zelt oder auf den Matten keinen ruhigen Schlaf fand. Nach unserem Eco Lodge Aufenthalt wagten wir eine Nacht wildes Camping. Wir schlugen unser Zelt bei Einheimischen auf. Das Zelt war, wie geplant, eine kostengünstige Variante. Die Kinder waren begeistert von ihrer eigenen Höhle. Und für mich war jeder Ort willkommen, an dem es keine Mücken gab. Michael? Der schlief und schlief nicht.

KAPITULATION

Nachdem wir bei den Einheimischen zelteten, schlugen wir unser Zelt darum lange Zeit nicht mehr auf. Das erste Mal zelteten wir wieder in Boruca, wo wir mehr als zwei Wochen blieben. Und da – nach zwei Wochen bitterem Schlafentzug – gestand Michael endgültig, dass er das Zeltleben nicht erträgt. Nicht wegen fehlendem Luxus oder Komfort. Er schlief nicht auf den herum rutschenden Matten und neben seinen herum turnenden Kindern. Und seiner Frau, die selbst dann nicht aufwachte, wenn sie die Hälfte seines Platzes einnahm und er sie mit aller Kraft wegschubste.  

ZELT ALS UNNÖTIGES GEPÄCK?

Seit Boruca reiste unser Zelt weiterhin mit. Als unbeteiligter Gast. Und wir diskutieren häufig, was aus unserem erträumten Leben im Zelt wird. Ist es eine praktische Variante für ab und zu? Lohnt es sich ein Zelt mitzuschleppen, wenn es ab und zu gebraucht wird? Hinzu kommt unsere weitere Camping Ausrüstung. Die Schlafmatten, die Schlafsäcke, Kochutensilien und Gasherd.

Wie wichtig das Thema «unnötiges Gepäck» ist, weisst du erst, wenn du mit deiner Familie eine Weltreise mit Fahrrad machst. Und insbesondere, wenn du in hügeligen Ländern reist.

MINIMALISMUS

Sich zu überlegen, ob wir ein grösseres Zelt mit mehr Schlafplatz kaufen, scheitert schnell an der Sache mit dem Gepäck. Im Zelt zu leben ist das eine. Mit diesem Zelt auf Dauer zu reisen das andere.

Unsere Idee im Zelt zu leben, war von anderen Hintergedanken geprägt. Wir wollten ein günstiges, einfaches und minimalistisches Leben. Uns und anderen beweisen, dass es keinen Komfort braucht, um glücklich zu sein. Daran glauben wir weiterhin. Wir lebten teilweise in schlimmen Bruchbuden, in denen ein Zelt im Vergleich wie ein Luxustempel wirkt.

ADIOS, LIEBES ZELT

Da Michael und das Zelt aufgrund der Schlafprobleme auf Kriegsfuss stehen, fragten wir uns, wie wir weiterziehen. Mit oder ohne Zelt? Mit oder ohne mehr Gepäck?

Die Diskussion endete damit, dass wir unser Zelt an reiselustige Panamenier verschenkten. Seither kommt uns hin und wieder der Ratschlag von unserem lieben Joao in den Sinn: Statt in einem Zelt auf einer gemütlichen Hängematte zu schlafen. Nathan hat dieses Experiment erfolgreich hinter sich. Michael ist aktuell auf der Suche nach der perfekten Hängematte. Und ich? Ich trauere dem Zelt hinterher. In eine Hängematte hüpfen vielleicht keine Frösche hinein. Dafür bin ich für alle Mücken des Amazonas ein willkommener Leckerbissen.

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Mein sozialer Abstieg – Leben im Zelt
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Studieren auf Weltreise

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