Wir sind dann mal hier

autor mirjam Wir sind dann mal hier

Ich sass im Flugzeug. Zwischen hier und dort. Und bekam einen Anflug von Panik. Was mache ich hier? Ich lasse Familie, Freunde, meinen geliebten Hund zurück. Ich weiss nicht, was kommt.

Die einen erzählten von Gefahren, die anderen von tollen Erlebnissen. Was stimmt? Was kommt auf uns zu auf unserer Weltreise? Zum ersten Mal spürte ich richtige Angst.

JETZT IST ES REAL

Ich entschied mich Monate zuvor dazu Sicherheiten aufzugeben. Ich dachte viel darüber nach und besprach mit Michael alle Pros und Kontras. Jetzt sass ich da und gab die Sicherheit nicht in Gedanken auf. Alles war real. Und nicht vergleichbar damit, sich diese Situation daheim, in der gewohnten Umgebung vorzustellen.

ZWISCHEN EINBILDUNG UND EINDRUCK

Wir kamen an. In San Jose, kurz nach fünf Uhr morgens und es strahlte helles Tageslicht. Ich dachte, wir kommen an und es wäre dunkel, düster und gefährlich. Zu viele Geschichten über Südamerika, die diesen Eindruck bei mir hinterliessen.

Es war hell und unser Gepäck rollte nach knapp fünf Minuten über das Band.

Die bösen Taxifahrer, die dich abzocken oder entführen und deine Organe verkaufen, verlangten umgerechnet zehn Euro für eine bequeme Taxifahrt in unsere Unterkunft. Und unterhielten uns freundlich. Ich verstand nicht alles, was sie sagten – wir kamen sicher an.

EINE PERFEKTE ANKUNFT

Unsere Unterkunft für den Start ist mehr, als wir erwarteten. Grosser eingezäunter Garten, ein wunderschönes Bad und mehr als bequeme Betten. Und das W-Lan: Besser als bei uns im Schweizer Emmental.

Zum Ankommen, zum Erholen vom Jetlag ein perfekter Start.

 Wir sind dann mal hier

AUF NACH SAN JOSE

Wir fragten uns bis zur nächsten Busstation durch. Wo geht es in die Innenstadt? Wir fanden den Bus und holperten knapp zwei Stunden in das Zentrum von San Jose. Halt verlangen – an einer mehr schlecht als recht angebrachten Schnur ziehen. Alles ist anders und die Eindrücke sind faszinierend. Anders als gedacht und erwartet.

Auf dem Boden schliefen ein paar Muchachos wie Babys in einer Wiege. Im engen und ziemlich dreckigen Markt, auf dem es Früchte, Fleisch, Klamotten und Gewürze zu kaufen gab, lag eine tote Katze am Boden.

Wir haben uns an einiges zu gewöhnen.

ANDERS ALS ERWARTET

Der Fahrradshop übertraf unsere Erwartungen. Abgesehen von Fahrradanhängern waren sie bestens ausgestattet. Die Fahrräder sind gekauft. Fehlen noch Zelte und die Camping-Ausrüstung. Heute versuchen wir es in einem Viertel, das angeblich den Snobs vorbehalten ist. Wir lassen uns überraschen.

VIELE FRAGEN

Daheim fragten uns viele Menschen unendlich viele Fragen, die wir nicht schafften zu beantworten. «Wie kommt Nathan mit einer fremden Umgebung zurecht? Ist Südamerika nicht gefährlich?» Überall sind Mücken, Viren, kontaminiertes Wasser und böse Menschen, die unser Geld klauen.

UNSERE GRÖSSTEN PROBLEME

Mein erster Tag begann damit, dass ich verschlafen aufstand und für die Kinder Eier kochte. Eier, die wir zwei Blocks weiter in einer kleinen Panaderia la Suiza kauften. Hier scheint «la Suiza» etwas wie ein Qualitätsname zu sein, der auf mehreren Bäckereien und Logos zu sehen ist.

Mehr als das Brot der Bäckerei la Suiza, hat es mir der Cafe de Montanas angetan. Die riesigen, wahnsinnig süssen Ananas und die Bananenstauden, die hier neben unserem Haus wachsen.

Das grösste Problem bisher, war die Umrechnung von Corones in Euro.

DEN MOMENT NEHMEN, WIE ER KOMMT

All die Sorgen, die Fragen, die Probleme, die daheim in der Schweiz aktuell waren und uns und andere beschäftigten scheinen hier sinnlos. Mehr noch: Sie blockierten uns für die wichtigen Dinge unserer Reise. Wir verbrachten Diskussionen damit, ob es sinnvoll sei eine Waffe zu organisieren, anstatt beispielsweise unser Spanisch zu verbessern oder uns über Essgewohnheiten in Costa Rica zu informieren.

Jetzt sind wir hier. Und wir nehmen hier jeden Tag, jeden Moment, wie er kommt.

HAUTNAH ERLEBEN

Wir waren es gewohnt Probleme und Situation zu erörtern und zu analysieren. Ohne die Erfahrungen wirklich zu machen. Stattdessen ist es Trend, darüber zu reflektieren und die hoffentlich richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Anstatt sich mitten hinein zu stürzen und die Erfahrungen hautnah durchzumachen.

Viele Sachen sind nicht vorausschaubar. Angefangen damit, dass wir nicht wussten wie es wird einen kompletten Haushalt aufzulösen, alle Zelte abzubrechen und eine Weltreise zu planen. Bis wir es taten. Bis wir mittendrin waren und es erlebten.

DER ERSTE TAG UNSERER WELTREISE

Einerseits durchlaufen wir auf diese Weise schmerzhafte Lektionen, wie die mit dem Hund. Und wir werden noch mehr solcher Lektionen durchmachen. Wir wissen nicht, was kommt und wie wir uns am besten darauf vorbereiten.

Wir werden Tag für Tag eines anderen – nicht immer eines besseren – belehrt. Erfahren, wie es wirklich ist, hier im gefährlichen Südamerika.

Impfungen für Costa Rica
Blut spenden vor der Weltreise

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