Wo sind unsere Fahrräder?

autor mirjam Wo sind unsere Fahrräder?

Moment mal. Die Familie Mettler schreibt seit langem nichts mehr über Touren mit dem Fahrrad. Biken sie jetzt über karibische Inseln und verlegen ihre Fahrradtour im Sommer nach Europa? Nein. Unsere Fahrräder kommen nicht mit. Sie machen weiterhin ohne uns Ferien in Costa Rica. Wieso, weshalb, warum? Nachdem wir von Panama nach San Jose zurückfuhren und beschlossen in die Karibik zu fliegen, war das Schicksal von uns und unseren Fahrrädern vorprogrammiert: Trennungsschmerz lag in der Luft.

LOGISTISCHE SCHWIERIGKEITEN

Die Trennung erfolgte aus logistischen Schwierigkeiten. Unsere Fahrräder per Flugzeug in die Dominikanische Republik zu transportieren, war eine reine Preisfrage. Einerseits war da der Gepäckpreis und andererseits waren da die obligatorischen und überteuren Fahrradtaschen, die einen ähnlichen Preis haben, wie unsere Fahrräder selbst.

IST DIE WELTREISE MIT FAHRRAD GESCHEITERT?

Und war es diesen Preis wert? Vor uns lag ein ganzer Monat Dominikanische Republik, Deutschland, Israel und eventuell der Libanon. Die letzteren Länder sind nicht unbedingt die besten Kandidaten für Fahrradtouren. Und in Deutschland bleiben wir nicht mehr als ein paar Tage. Ist das Projekt «Weltreise mit Fahrrad» somit offiziell gescheitert?

DIE HÜRDEN EINER WELTREISE MIT FAHRRAD

Die Welt mit dem Fahrrad zu bereisen, ist mit vielen Hürden verbunden. Einige Länder fallen durch die Wahl dieses Transportmittels automatisch von der Liste der Reiseziele. Eine Weltreise mit Fahrrad zu machen, bedeutet sich auf die Routen zu beschränken, die mit dem Fahrrad zu bewältigen sind. Und die Transportkosten zu bedenken, falls die Reise mit Fahrrad oder Schiff weitergeht.

 

Und da wir uns entschieden unsere Reise nicht auf Biegen und Brechen um unsere Fahrräder herumzugestalten, beschlossen wir ab Costa Rica ohne Fahrräder weiterzureisen. Da nicht klar ist, ob wir im Sommer unsere Weltreise fortsetzen, hielten wir es für besser, uns erstmal von unseren treuen Zweirädern zu verabschieden.

ABSCHIEDSSCHMERZ

Und das nicht ohne Schmerz. Wir überliessen sie in Costa Rica, San Jose, einem Mann, der uns versprach, unsere Fahrräder weiterzuverkaufen. Wir überliessen ihm unsere Ausrüstung und alles womit wir unzählige Erinnerungen verbanden. Fahrradreperaturen mitten im Dschungel, Fahrradtouren auf der Panamericana und Autos, die uns begeistert hinterher hupten. Platten, Unfälle und marathongleiche Strampelpfade. Wir liebten unsere Fahrräder. Und alles, was wir mit ihnen erlebten.  

EINE NEUE WELTREISE MIT FAHRRAD?

Wir standen vor unseren geliebten Fahrrädern, unseren treuen Begleitern und Michael feilschte mit dem potenziellen Käufer um den Preis. Insgeheim hoffte ich, dass der Preis ordentlich genug sei, um uns bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit neue zu kaufen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass unsere Weltreise mit Fahrrad ab dem Sommer weitergeht und wir in neue Abenteuer radeln. Mit neuen Fahrrädern.

Sie im Flugzeug in die Karibik und von dort nach Europa zu transportieren, kostet etwa das, was uns neue Fahrräder kosten werden. Wenn jemand jemals Fahrräder erfindet, die schwimmen und fliegen, dann sind wir mit Sicherheit die ersten Käufer.

IN DER KARIBIK AUF ZWEI BEINEN

Unsere Fahrräder begleiteten uns von Anfang an, weil wir eine Reise erleben wollten, die uns nah an Natur und Kultur bringt. Und das erlebten wir mit ihnen. Mit allen Höhen und Tiefen. Bei Regen, Sturm und Sonnenschein. Wir bereisten die Welt mit Fahrrad in der Hoffnung Transportmittel zu umgehen, die riesige Fussspuren hinterlassen. Jetzt reisen wir in die Dominikanische Republik und planen mit dem öffentlichen Verkehr zu reisen. Und dafür länger an einem Ort zu verweilen.

RÜCKBLICK AUF EINE WELTREISE MIT FAHRRAD

Immerhin ist die Weltreise mit Fahrrad nicht daran gescheitert, was alle befürchteten. Dass die Kinder darunter leiden. Dass die Strassen zu gefährlich sind. Oder dass ich nicht mit dem durchtrainierten Michael mithalte. Wir blieben weitgehend vor Unfällen verschont. Abgesehen davon, dass unser Herz auseinanderbricht, weil wir uns von unseren Bikes trennten.

 

Wir liessen sie bei dem Käufer zurück und machten uns auf Richtung Flughafen. Als wir unser Gepäck abgaben, beharrte Elea darauf, dass wir unsere Fahrräder vergassen und auf keinen Fall ohne sie in den Flieger steigen durften. Elea fiel der Abschied definitiv schwer. Sie genoss die Fahrradtouren, bei denen sie bequem hinten im Sitz ihre Kinderbücher las. Bei Nathan war das sture Treten hinter Papa nicht immer beliebt. Insbesondere dann nicht, wenn die Strassen nicht genügend asphaltiert waren. Obwohl er gerne auf sein Fahrrad stieg, trauerte er seinem Schattenfahrrad kaum hinterher.

NACH VORNE SCHAUEN

Wir schauen zurück auf ein abenteuerliches Erlebnis mit unseren Fahrrädern. Und nach vorne auf enge Busfahrten und auf eine unbestimmte Trauerzeit. Unsere Fahrradtaschen schleppen wir jetzt mit Muskelkraft. Uns wir sind überzeugt, dass das nicht unsere letzte Fahrradreise war.

Warum die Weltreise mich hilflos macht

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