Boruca – Paradies der Ureinwohner

autor mirjam Boruca Paradies der Ureinwohner

Die Stationen unserer Reise stecken häufig in einer Überraschungstüte. Einige Tage und selten Wochen vorher, organisieren wir an welchen Orten wir für eine Weile bleiben. Hin und wieder planen wir gar nicht und fragen spontan, ob jemand für unser Zelt Platz hat. Auf unserer weiteren Reise – von Longo Mai über Buenos Aires – suchten wir wieder eine Zwischenstation und fanden sie in Boruca.  

UNSERE NÄCHSTE STATION: BORUCA

Ehe wir wussten, was das war, wer dort lebt und was dort los ist, organisierten wir unsere Ankunft. Dabei merkten wir: Boruca ist ein Dorf der Inidgenos, der Ureinwohner Costa Ricas. Und wir fanden heraus, dass andere Leute Monate im Voraus ihren Urlaub planen, um Weihnachten und Neujahr in Boruca zu verbringen.

«LA FIESTA DE FIN DE ANO»

Die Indigenos in Boruca feiern die Tage um Silvester «la Fiesta de Fin de Ano». Eines der bekanntesten Feste in ganz Costa Rica. Ein traditionelles Fest, das die Leute Boruca seit Generationen feiern. Ein spektakuläres Fest – mit Kunst, Musik und Tradition – das mit dem Schauspiel «Juego de los Diablitos» an den Einfall der Spanier erinnert. Das einschneidende Erlebnis für die Ureinwohner Borucas.

RELIGION IN BORUCA

Wir fanden Adriana, eine Ureinwohnerin, die uns einlud, die Tage über Weihnachten und Neujahr bei ihr zu verbringen. Als wir uns auf den Weg nach Boruca, in ihr Dorf machten, wussten wir nicht, dass Adriana – neben der traditionellen Feste ihrer Vorfahren feiert – Weihnachten feiert. Als wir im Dorf ankamen,erstaunte uns am meisten: Mitten im Dorf prankte ein riesiges Kreuz. Zwischen modernen lateinamerikanischen Häusern und traditionellen Strohhütten. Und alte Glocken einer Kirche läuten an Sonntagen den Gottesdienst ein. Adriana feiert mit ihrer Familie Weihnachten und lud uns ein, dabei zu sein. Christen unter sich?

MI CASA ES SU CASA

«Ihr seid hier keine Gäste, ihr seid unsere Familie». Erklärte Adriana uns von Anfang an. Als wir gerade fünf Minuten da waren. Ich dachte mir: Was wenn wir randalierende Störenfriede sind? Danach fragten Adriana und ihre Familie nicht. Wer wir sind, wo wir herkommen, was wir arbeiten – zweitrangig. «Wer uns besucht, gehört sofort zur Familie.» Mi casa, es su casa.

EIN KLEINES PARADIES

Diese freundschaftliche Haltung hat hier jeder im Dorf. Den Eindruck bekamen wir, weil jede Person, die an Adrianas Haus vorbei lief, mit ihr und ihrer Familie scherzte, etwas erzählte oder sich im Vorbeigehen zum Kaffee einladen liess. Unser Gepäck – mit all unseren Wertsachen – blieb nachts hinter einer nicht abgeschlossenen Türe. Hier in Boruca gibt es keine Diebe, keine Drogen, keine bösen Menschen, meinte Adriana. Boruca ist für die Ureinwohner, die hier leben, ein kleines Paradies. Und sie laden jeden Besucher bedingungslos in dieses Paradies ein.

DAS LEBEN IN BORUCA

Wenn Adriana nicht im Museum ist, kocht oder Wäsche wäscht, sitzt sie mit ihrer Familie vor ihrem Haus. Mal sagen sie nichts, mal sind sie in hitzige Diskussionen verwickelt, lachen laut und mal gehen sie ihrer traditionellen Handarbeit nach. Stress? Das ist hier ein Fremdwort. In dem kleinen Paradies geniesst und lebst du das Leben. Nicht für dich alleine – alle zusammen.

KEINE PROBLEME?

Das, was hier in Boruca schlecht läuft, scheint niemanden zu stören. Adrianas Schwester hat neun Kinder. Von einem Mann, der nichts weiter als der Samenspender ist. Zwischen den Zeilen lesen wir, dass er kein besonders liebevoller Mann war. Adrianas Schwester scheint damit keine Probleme zu haben. «Meine Kinder haben keinen Vater, ich habe keinen Mann. Und keine Arbeit. Das ist kein Problem.» Sagt sie mit einer selbstbewussten Ruhe, bei der es uns nicht schwerfällt, ihr jedes ihrer Worte abzunehmen.

Nicht alles hier ist in unserem Sinne perfekt. Das Geld ist knapp, die Familien passen in kein Bilderbuch und die Wurzeln ihrer Identität sind zerrüttet. Das ändert nichts daran, dass Boruca für die Leute hier ein Paradies ist und bleibt. Die Borucas sind glücklich, geniessen ihr Leben und sind allen gegenüber gastfreundlich.

IN BORUCA VERWÖHNT

Uns fällt es darum nicht schwer, hier in das Paradies Boruca einzutauchen. Im Fluss, beim Wasserfall, bei der wunderschönen Aussicht auf den Rio Grande de Terraba. Nathan und Elea reiten, spielen mit den Kindern und werden von Adrianas Töchtern verwöhnt. Und wir von ihrem Essen.

Boruca ist eine Mischung aus alter Geschichte und Tradition und katholischen Einflüssen – in der Adriana und ihre Leute in einer ganz speziellen Harmonie leben. Sie sagen uns gleich zu Beginn, dass Nathan und Elea nicht mehr weiterreisen werden. Und wir fürchten, sie könnten Recht behalten.

Papa auf Weltreise
Liebe Karriere, das war‘s

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