Nathan eine Stunde auf dem Pferd

autor mirjam Nathan eine Stunde auf dem Pferd

Nathan nahm bei Emanuel und Mari Cruz eine Therapiestunde auf dem Pferd. Nathan ist ein besonderes Kind und hat viele unterschiedlichen Therapien hinter sich. Und die Therapie, sagen Emanuel und Mari Cruz, ist ähnlich besonders.

NATHAN UND DAS FRAGILE X SYNDROM

Nathan ist mein erstes Kind. Ich war hin und weg, als er auf die Welt kam. Vom ersten Moment an, war ich unglaublich glücklich.Er war neun Monate alt, als der Arzt die Diagnose stellte: Fragiles X Syndrom. Es kam nicht unerwartet, da vieles darauf hinwies: Die grossen Ohren und dass er mit neun Monaten nicht selbstständig aufrecht sass.

Jetzt ist Nathan fünf Jahre alt. Er kann laufen, sitzen und reden. Er ist langsamer als andere. Er hat nicht das gleiche Körpergefühl, wie andere Kinder. Und ihm fällt es schwer seine Emotionen zu regulieren. Mit seinen bald sechs Jahren üben wir immer noch das Trockenwerden. Was für uns selbstverständlich ist, stösst bei den meisten auf Unverständnis.

EINE NEUE WELT

«Für uns ist die Welt eine ganz neue.» Erklärte mir Mari Cruz ganz ehrlich. Ich mochte sie. Sie hat eine ruhige und vorsichtige Art. Als sie Nathan auf das Pferd setzte, staunte ich darüber, wie sie seinen Körper sanft führte. Das ist bei Nathan nicht leicht – oft versteift er sich und spürt seinen Körper nicht richtig. Auf dem Pferd wirkte Nathan nicht angespannt, sondern entspannt und ruhig.

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EINE WICHTIGE THERAPIE

Dass Nathan das Fragiles X Syndrom hat, war für uns lange Zeit nie ein Drama. Irgendwann – vor etwa zwei oder drei Jahren – zeigte Nathan vermehrt aggressives Verhalten und eine geringe Frustrationstoleranz. Es interessiert mich nicht, ob mein Sohn zusammenhängende Sätze spricht oder wie geschickt er auf Bäume klettert. Wenn er um sich schlägt, weil etwas nicht wie erwartet verläuft, geht mir das hingegen echt an die Nieren. Und ich musste mir mehr als einmal anhören, dass es mit meiner oder unserer Erziehung zusammenhängt. Als Mutter kommst du unter Druck und versuchst alles mögliche, um deinem Kind zu helfen, sich zu anzupassen.

Darum verstehe ich Mütter, die sich um erfolgsversprechende Therapien reissen. Wie die mit den Pferden.

DIE WIRKUNG DER PFERDE

«Die Pferde öffnen die Tür zu Kindern – insbesondere zu autistischen Kindern.» Erklärte Mari Cruz. «Wenn du auf einem Pferd reitest, brauchst du ein feines Gespür, um es richtig zu führen. Die Kinder entwickeln dieses Gefühl auf beinahe übernatürliche Weise. Das Pferd begeistert sie und macht sie zugänglich für die Therapie.»

Mari Cruz erklärte mir, dass die Berührung mit dem Pferd auf die Kinder beruhigend wirkt. Selbst ich spüre die besondere Wirkung, wenn ich ein Pferd streichele – Kinder, wie Nathan, die alles dreifach stärker spüren, profitieren von dieser Wirkung am meisten.

Nathan legte seine Arme um das Pferd und ich war fasziniert davon, wie gelöst er wirkte. Ich war bei vielen von Nathans Therapien dabei und meistens war es die grösste Schwierigkeit Nathan zu motivieren. Jetzt schien es, als hätte es dieses Problem nie gegeben.

ZIELE DER THERAPIE

Mari Cruz und Emanuel therapieren zur Zeit drei Patienten. Sie habe einen erwachsenen Patienten, der seit 28 Jahren nicht an öffentliche Plätze geht – die Reize überfordern ihn. Seit der Therapie mit dem Pferd, geht er das erste Mal in den Supermarkt und kann für sich selbst einkaufen.

Zuerst nehmen die Patienten Kontakt mit dem Pferd auf und gewöhnen sich an das grosse Tier. Sie streicheln und striegeln es. Dann lernen sie es zu satteln und zu führen. Erst ganz am Ende setzen sie sich auf das Pferd. Das braucht viel Feingefühl. Dieses zu entwickeln und die Feinmotorik und Grobmotorik zu verbessern, ist unter anderem Ziel der Therapie.

«Der soziale Kontakt mit dem Tier, gibt den Kindern Selbstbewusstsein und stärkt ihr Vertrauen in die Umwelt». Erzählte mir Mari Cruz. Etwas das ganz auf natürliche Weise und ohne Zwang geschieht.

VLOG Nathan eine Stunde auf dem Pferd

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PROJEKT AUF EIS

Ihre Ausbildung für die sogenannte Equinoterapia – die pferdegestützte Therapie – machten sie in San Jose. Jetzt, am Ende ihrer Ausbildung, soll das Projekt zum Laufen kommen. Die Nachfrage ist riesig – und niemand hat Geld für die Stunden.

Viele Eltern wünschten sich für die Therapie eine finanzielle Unterstützung. Der Verein, der autistische Kinder in Costa Rica fördert, ist momentan knapp bei Kasse. Zu viele Gelder wurden seit dem Sturm El Nino von der Regierung gestrichen.

Wenn du für Emanuel und Mari Cruz spenden willst, schicke uns eine Nachricht. Wir senden dir dann ihre Bankdaten persönlich zu.

Und wir überlegen uns bis dahin, ob wir von Fahrrädern auf ein paar echte Rösser umsteigen.

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