Mein sozialer Abstieg – Leben im Zelt

autor michael 2 Mein sozialer Abstieg Leben im Zelt

Ich erinnere mich noch gut. Meine erste richtige Zelterfahrung sammelte ich am Openair Frauenfeld. Als ich als Kind zeltete, war das anders. Ein Kind ist noch anders gestrickt.

Als ich half, das Zelt meines Kollegen aufzubauen, dachte ich befangen: Die nächsten drei Nächte werden nicht die einfachsten. Der enge Schlafsack, die dünne Matte, das stickige Zelt.

MEINE AUSGEWACHSENE ZELTPHOBIE

Ich fragte mich, warum ich nicht in einem Hotelzimmer war. Klar, das ging nicht. Wir waren an einem Openair. Es war bombastisch. Der Sound war gut, die Leute in Feierlaune und Jay-Z lieferte ein grossartiges Finale. Bombastisch, was das Konzert betraf.

 

In Sachen Zelten war es eine Katastrophe. Ich schlief schlecht. Ich schlief kurz. Ich war müde. Und dann der Regen, besser gesagt das Unwetter. Alles war nass.

 

Morast und Horror, in dem meine Schuhe um die zehn Zentimeter einsanken. Und die ein Andenken an das Wochenende heim trugen: Eine Mischung aus Schlamm, Fäkalien und sonstigen Sudeleien. Ich und zelten? Eher nein.

WELTREISE MIT ZELT?

Jetzt mache ich eine Weltreise mit Zelt. Nicht ich alleine, wir als Familie. Und wir sind eine Familie mit vier Mitgliedern. Der Vater kann nicht einen auf Weichei machen, wenn die Kinder das ganze cool finden.

 

Ich sammelte Informationen: Wie haust es sich auf einer Weltreise am besten? Geprägt vom Festival Trauma, nahm ich mir all die Luxusmobile vor. Ich fragte aufgrund der horrenden Preise diverse Marketingabteilungen an, ob da nicht etwa jemand einen Camper springen lassen möchte. Wir würden dann brav über sie berichten.

FÜNF-STERNE-VARIANTE

Zum Glück sagten sie nein. Denn mit einem Camper durch die Landschaft zu düsen, ist wie Haute Cuisine ohne Kauen herunterzuwürgen.

 

Sozusagen ist eine Weltreise mit Fahrrad und Zelt die Fünf-Sterne-Variante. Oder die volle Dröhnung. Die Landschaften hautnah zu erleben, das geht am besten, wenn wir mit dem Fahrrad um die Welt reisen. Und mit Zelt sind wir flexibel, frei und ortsunabhängig.

NO RISK NO FUN

Und ich entschied mich als erstes für eine Weltreise mit Fahrrad und Zelt. Dann blieb ein letzter Stein im Weg: Meine Frau. Mirjam sträubte sich lange gegen die Variante Fahrrad und Zelt. Aus Gründen 😉 Alles besiegelt, als sie sagte: No risk, no fun. Tun wir’s.

AUFBLASBARES ZELT?

Als nächstes galt es herauszufinden, welches Zelt für eine Weltreise geeignet ist. Da es ein beachtlicher Weg ist, von Hotel, zu Luxuscampern, zu Zelt, schaute ich mir mir zuerst die aufblasbaren Luxuszelte an. Die legst du auf den Boden, nimmst eine Pumpe, pumpst und fertig ist die Geschichte.

 

Die Idee fand ein schnelles und jähes Ende. Weil: Die Pumpe klaut viel zu viel Platz. Und dieser ist auf einer Fahrradreise beschränkt vorhanden.

ZELTEN MIT FERNSEHZIMMER

Ich stieg also ganz nach unten ab und informierte mich über normale Zelte. Eigenhändig aufstellen und dieser ganze Kram. Was ich nicht wusste: Viele dieser Zelte sind grossartig.

 

Zum einen monstergross, das ist wichtig, wenn wir als Familie unterwegs sind und Papa ein Fernsehzimmer braucht. Zum anderen sind das, technologisch gesehen, Wunderwerke. Feuerfest, wasserfest, sturmfest, qualitativ top verarbeitet, mit tollen Features.

 

Ich weiss nicht, wie ich nach drei Monaten darüber denke. Aktuell bin ich positiv gestimmt.

WIE TRANSPORTIEREN WIR UNSEREN HAUSHALT?

Gut, ein Zelt macht noch keinen Haushalt. Da sind noch Küche und zwei Schlafzimmer. Und was bedeutet das für eine Familie, die mit Fahrrad eine Weltreise macht? Minimalismus! Selbst wenn wir ein riesiges Zeit nehmen, das wird uns herausfordern. Unser Krempel braucht Platz und: Der Transport hängt von unserer Beinkraft ab.

 

Wir halten uns die Option offen, in Unterkünften zu nächtigen oder über airbnb zu buchen. Wie gesagt, mit Zelt sind wir da flexibel.

MINIMALISTISCH UND ÖKOLOGISCH DENKEN

Mit dem Zelt reisen, beinhaltet mehr, als auf dünnen Matten zu schlafen. Es bedeutet mit Gasherd zu kochen und aus Beuteln zu duschen. Es bedeutet naturverbunden und ökologisch zu denken.

 

Mirjam war ganz aus dem Häuschen, als sie die faltbare Pfanne entdeckte. Und sie macht sich Gedanken darüber, welches Shampoo biologisch abbaubar ist und gleichzeitig ihre Haare optimal pflegt.

«IHR KOMMT NOCH AUF DIE WELT!»

Ich versuche nicht daran zu denken, wie wir den Toilettengang regeln. Erinnerungen an Morast und Fäkalien zu verdrängen. Stattdessen freue ich mich auf das Frühstück aus der Dose. Und nicht darauf, dass die Schlafsäcke extrem klein sind.

 

Wir sind unheimlich gespannt wie dieses neue Leben in der Praxis aussieht. Wie meine Grossmutter sagte: «Ihr kommt noch auf die Welt!» Das hoffe ich. Und die ersten Erfahrungen werden mit Sicherheit die lustigsten sein.

Helfen - ein dehnbarer Begriff
Warum um alles in der Welt eine Weltreise?

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