Dschungelerlebnis in Costa Rica

autor mirjam Dschungelerlebnis in Costa Rica

«Hier wird nichts verschwendet.» Sagte Javier und öffnete einen Kasten unter der Toilette. Das, was wie Spielsand aussah, waren die biologisch abbaubaren Ausscheidungen der Besucher der Villas Mastatal. «Damit düngen wir den Boden.» Sprachs und streute den feinen Sand über seine Pflanzen.

JEDE PFLANZE ERFÜLLT SEINEN ZWECK

Mit unseren Hinterlassenschaften düngt Javier Pflanzen, Bäume und Sträucher von denen er hunderte in der Eco Lodge Villas Mastatal anpflanzte. Und jedes Gewächs erfüllt seinen Zweck, erzählte er uns.

Er zeigte auf einen unscheinbaren Strauch, der überall auf der Anlage wuchs. Im Vergleich zu den anderen Pflanzen – ein bescheidener Anblick. Dieses Gewächs sei die Stütze für den gesamten Boden, erklärte Javier. Die Wurzeln wachsen meterweit in die Tiefe und werden hart und breit. Das schützt die Erde vor Erosion. Bei den typischen Tropenstürmen in der Regenzeit bleibt die Erde hier standhaft, wie der Fels in der Brandung.

ZAUBERKRÄUTER

Ein anderes Gewächs ist das Trend-Kraut schlechthin: Maringa. Zehn Mal mehr Kalzium, als ein Glas Milch und zehn Mal mehr Vitamin C, als eine Orange sei darin enthalten. Wie wächst ein solches Wunderteil auf solch einem sauren Boden, wie auf dieser roten Erde hier im Dschungel?

EIN GEBEN UND NEHMEN

Javier übernahm die Farm seines Vaters – ein harziges Land, auf dem die Produktion gewinnbringender Pflanzen schwer fällt. Geld war keines vorhanden und musste her. Der gechillt wirkende Bauerssohn Javier stürzte sich in die Arbeit und wurde kreativ. Er holzte viele Bäume ab, erzählte er uns, und begann die Eco Lodge Villas Mastatal zu errichten. Mit freiwilligen Helfern an Bord wurde gefällt, geschliffen, gesägt und gehämmert.

«Wir holzten viel weg. Seit dieser Zeit pflanzte ich mehr als 600 Bäume. Wir nehmen und geben zurück.»

Er gibt zurück und wir geben zurück. Auf der Toilette genau genommen. Ein eigenartiges Gefühl, obwohl dieses System – genauer nachgedacht – viel Sinn macht.

DIE BESUCHER DER VILLAS MASTATAL

Die meisten Besucher der Villas Mastatal sind freiwillige Helfer. Jedem von ihnen siehst du an, dass er seinen Urlaub lieber in der freien Natur, als auf einem luxuriösen Kreuzfahrtdampfer verbringt. Wer die Villas besucht, nimmt in Kauf etwas dreckiger, sparsamer und naturverbundener zu leben. Viele von den Gästen meditieren, machen Yoga und lesen Bücher über die Vogelwelten Costa Ricas.

Was ich früher etwas bizarr fand, verstehe ich heute besser.

DIE VORTEILE DER NATUR NUTZEN

Javier ist nicht der klassische Öko-Hipster. Ihm blieb nichts anderes übrig, als seine Umwelt und die Natur um ihn herum zu nutzen und zu verstehen. Er musste seine Familie ernähren und sich seinen Lebensunterhalt verdienen. Auf dem Weg dahin, beobachtete er Bäume, die Pflanzen und machte sich jeden ihrer Vorteile zu Nutzen.

DAS WASSER IST EIN ZYKLUS

Das Wasser, das in der Eco Lodge verbraucht wird, ist gesammeltes Regenwasser – Javier ist der Verwalter seines eigenen Wassers. Und er geht sparsam damit um – Das Dreckwasser aus der Waschmaschine gelangt über eine Rohrleitung zur Toilette und dient dort als Spülung. «Das Wasser ist ein Zyklus.» Erzählte er uns. Diesen Zyklus versuche er zu nutzen. Und vermeidet damit, grossen Konzernen das Wasser für seine Anlage abzukaufen.

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ALLES NUTZBAR MACHEN

Jeder Bereich hier soll nutzbar gemacht werden. Mit dem Dünger der Kühe produziert Javier warmes Wasser für die Duschen. Momentan verzichte er darauf. Auf einmal war es nicht mehr allzu schlimm, dass wir ständig kalt duschten.

Die Kühe auf dem Land sind dazu da, um den Boden nutzbar zu machen. Mit ihren Ausscheidungen produziert Javier erstklassigen Dünger für sein Land.

WAS DIE NATUR UNS BIETET

Javier zeigte uns, dass die Natur alles bietet, was wir brauchen. Inklusive Shampoo für die Haare, meinte er und zeigte uns eine Pflanze die einen leicht schäumenden Saft produziert. Etwas besseres finde ich in keinem Body Shop. Für Lippenfarbe gäbe es Pflanzen, die einen rötlichen Farbstoff produzieren. Keine Tierversuche, keine Chemie. Naturechte Beauty.

Heilende Kräuter, Wasser, Bäume für Wohnräume, Essen und Beauty Produkte – das alles kauft Javier in keinem Supermarkt, sondern nutzt sein eigenes Land. Dass zwischen dem, was wir hier nutzen und uns kein dritter Superkonzern stand, gab uns das Gefühl am richtigen Ort zu sein. Und weckte unsere Neugier.

EIN JUWEL - DIE ECO LODGE VILLAS MASTATAL

Anlagen wie die Eco Lodge Villas Mastatal gibt es in Costa Rica einige. Auf dem Weg von der Villas Mastatal zu unserer nächsten Station, begegneten wir einem Bauer auf seinem Pferd, der die Kinder zum Reiten einlud – und uns in seine Finca. Seine Farm. Ob wir über diese berichten würden? Nein danke, wir wollen weiter. Viele Bauern hier versuchen durch Tourismus ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Javier ist unter ihnen eine Seltenheit. Sein Engagement, seine Kreativität und sein Zusammenspiel mit der Natur faszinierten uns.

Javier ist einer der Menschen, die sich wirklich etwas trauen. Jemand, der Kreativität und Mut beweist. Und sich nicht einmal davor scheut, die Exkremente seiner Gäste für seine Anlage zu nutzen.

 

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Eine Familie auf Weltreise - Ein Abgesang
Ein Ökosystem im Dschungel - Die Villas Mastatal

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